Marego-Verkehrsverbund vereinfacht Tarifstruktur für Fahrgäste in Magdeburg und Umgebung
Der Tarifdschungel im öffentlichen Personennahverkehr des Marego-Verkehrsverbunds lichtet sich ab August deutlich. Geschäftsführer Marcel Czarnecki kündigte eine umfassende Tarifreform an, die mehr Klarheit und Vereinfachung für die Fahrgäste bringen soll. Die bisherigen 14 Preisstufen werden auf nur noch 6 reduziert, was die Orientierung erheblich erleichtert.
Preisanpassungen und neue Vorteile für Nutzer
Parallel zur Vereinfachung wird es eine durchschnittliche Preiserhöhung von 3,9 Prozent geben. Allerdings betonte Czarnecki, dass etwa ein Drittel aller Fahrten sogar günstiger werden wird. Besonders profitieren sollen Familien durch neue Mitnahmeregeln und Nutzer der 24-Stunden-Karte, die sich künftig schon ab der zweiten Fahrt lohnt. Abonnements werden ausschließlich digital ausgegeben, was den Verwaltungsaufwand reduziert und moderne Nutzungsgewohnheiten berücksichtigt.
Hintergrund und Auswirkungen auf das Tarifgebiet
Das Marego-Tarifgebiet umfasst die Landeshauptstadt Magdeburg sowie die Landkreise Börde, Jerichower Land und Salzlandkreis. Innerhalb dieses Gebiets können Fahrgäste mit Bahn, Bus und Straßenbahn mobil sein, ohne beim Umsteigen neue Fahrkarten lösen zu müssen. Jährlich nutzen mehr als 50 Millionen Menschen die Tarife des Verbunds, was die Bedeutung dieser Reform unterstreicht.
Ziel: Regionales Tarifsystem neben dem Deutschlandticket
Laut Czarnecki ist das Ziel ein regionales Tarifsystem, das neben dem Deutschlandticket bestehen kann und einen Mehrwert für die Fahrgäste bietet. Seit der Einführung des Deutschlandtickets sind die Verkaufszahlen bei Monatstickets um 86 Prozent gesunken, bei Jobtickets um 60 Prozent und bei Einzelfahrten um 38 Prozent. Künftig werden zwei Kernprodukte im Fokus stehen: eine 24-Stunden-Karte sowie eine persönliche Monatskarte oder das Deutschlandticket.
Diese Reform soll nicht nur die Transparenz erhöhen, sondern auch die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs in der Region steigern. Die Vereinfachung der Preisstruktur und die digitalen Angebote sind wichtige Schritte, um den veränderten Nutzungsgewohnheiten gerecht zu werden und langfristig mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen.



