Trauriger Rekord in München: Deutlich mehr Tote im Straßenverkehr
Auf Münchens Straßen sind im Jahr 2025 so viele Menschen gestorben wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die jetzt veröffentlichten Zahlen der Verkehrsstatistik des Polizeipräsidiums belegen einen alarmierenden Trend: 31 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen in der Stadt und im Landkreis München ums Leben. Das sind zwölf mehr als im Vorjahr, was einem Plus von 63 Prozent entspricht. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Radfahrer und Fußgänger.
Ein Horror-Unfall als Beispiel
Ein tragisches Beispiel ereignete sich am 29. November 2025 im Münchner Norden. Ein 19-Jähriger am Steuer eines Porsche Macan raste durch die Straßen und krachte an der Kreuzung Schleißheimer und Max-Diamand-Straße in einen abbiegenden Renault. Der Wagen wurde glatt in zwei Teile zerrissen, zwei Insassen im Alter von 48 und 21 Jahren starben. Laut Polizei war der Porsche-Fahrer viel zu schnell unterwegs und hatte eine rote Ampel missachtet. „Diese Unfälle ereignen sich leider so oder so ähnlich viel zu oft in München“, betont Polizeivizepräsident Christian Huber bei der Vorstellung des neuen Verkehrsreports.
Mehr als 52.000 Unfälle im Jahr 2025
Insgesamt gab es 2025 in München und dem Landkreis 52.246 Unfälle, durchschnittlich 143 pro Tag. Bei 29 tödlichen Unfällen starben 31 Menschen, aufgeschlüsselt nach Verkehrsteilnehmern:
- 12 Fußgänger (2024: 10)
- 6 Radfahrer (2024: 5)
- 7 Menschen in Autos (2024: 3)
- 6 Motorradfahrer (2024: 0)
Die Zahl der Verkehrstoten ist damit binnen eines Jahres um 63,2 Prozent gestiegen, der höchste Wert seit einem Jahrzehnt. Zwölf der Toten waren Senioren.
Ursachen und Lösungsansätze
Laut Polizeivizepräsident Christian Huber könnten „etwas weniger Egoismus“ und ein defensiveres Verhalten im Straßenverkehr dazu beitragen, den Negativtrend zu brechen. Man sollte nicht um jeden Preis sein Vorfahrtsrecht durchsetzen. Die Attraktivität der Landeshauptstadt bleibt ungebrochen, München wächst weiter, und die Zahl der Pendler steigt auf rund 530.000 täglich, die meisten mit dem eigenen Auto. Insgesamt nehmen die Zulassungszahlen und der Verkehr in München zu.
Auffällige Entwicklungen in spezifischen Bereichen
Die Statistik zeigt besorgniserregende Zuwächse in bestimmten Kategorien:
- Unfälle mit E-Bikes bzw. Pedelecs stiegen um 20,2 Prozent auf 612 (davon 3 tödlich).
- E-Scooter-Unfälle erhöhten sich um 28,1 Prozent auf 639 Unfälle.
- Die Zahl der Tempoverstöße sank leicht auf 178.272, aber es wurden deutlich mehr Fahrverbote verhängt: 4.128 im Vergleich zu 3.298 im Vorjahr.
- Fahrten unter Cannabis-Einfluss stiegen um 78,28 Prozent auf 1.690 Fälle.
Vom Ziel, null Verkehrstote, bleibt München weit entfernt. Die Polizei nennt als Gründe für die steigenden Zahlen neben dem Wachstum der Stadt auch Rücksichtslosigkeit, Raserei und Leichtsinn im Straßenverkehr.



