Flughafen München: Nach Mega-Panne mit 600 festsitzenden Passagieren geloben Airport und Lufthansa Besserung
Münchner Flughafen: 600 Passagiere saßen nachts in Flugzeugen fest

Flughafen München: Nach Mega-Panne mit 600 festsitzenden Passagieren geloben Airport und Lufthansa Besserung

Eine Woche nach der schwerwiegenden Panne am Flughafen München haben die Verantwortlichen endlich Stellung bezogen. In der Nacht auf den 21. Februar mussten etwa 600 Passagiere die gesamte Nacht in fünf Flugzeugen auf Parkpositionen des Rollfelds verbringen, weil es nicht gelang, sie mit Bussen ins Terminal zu bringen. Die Flughafen München GmbH (FMG) und die Lufthansa benötigten volle sieben Tage, bis sie am Freitag in einer Pressekonferenz zu dem peinlichen Vorfall öffentlich Stellung nahmen.

„Keine einzelne Ursache“ für das Fiasko

Für den operativen FMG-Geschäftsführer Thomas Hoff Andersson und den Lufthansa-Hubmanager Heiko Reitz wurde die Pressekonferenz zu einer Art Canossa-Gang. Mehr als ein Dutzend Mal entschuldigten sich die beiden Luftfahrt-Manager für die Mega-Panne und betonten, dass so etwas „nicht der Anspruch“ von Airline und Flughafen sei. Sie versicherten, man habe „verstanden“ und werde Konsequenzen ziehen.

Reitz erläuterte, dass ungewöhnlich starker Schneefall mit langwierigen Enteisungen der Maschinen dazu führte, dass drei Lufthansa-Flugzeuge und zwei Maschinen der Tochter Air Dolomiti vor dem um 24 Uhr beginnenden Nachtflugverbot nicht mehr starten konnten. Diese Maschinen kehrten auf Parkpositionen zurück. Dann setzte das Fiasko ein, für das es laut Reitz „keine einzelne Ursache“ gegeben habe.

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Es standen zu dieser kritischen Zeit einfach keine Busfahrer mehr zur Verfügung, um die Passagiere vom Rollfeld ins Terminal zu transportieren. Die Disposition sei wohl „nicht richtig“ erfolgt. Ein weiterer kapitaler Fehler: Die Flughafenorganisation habe nicht „eskaliert“, also beispielsweise Rettungsdienste oder die Feuerwehr zu Hilfe gerufen.

Feuerwehr mit eigenen Bussen blieb ungenutzt

Besonders rätselhaft bleibt, warum die Flughafenfeuerwehr nicht zum Einsatz kam. 49 Angehörige waren vor Ort und verfügten über eigene Busse. Ein Sprecher des Berufsfeuerwehrverbands sagte: „Uns allen fehlen Informationen, weshalb die Flughafenfeuerwehr nicht zum Einsatz kam.“ Auch die zuständige Bundespolizei wurde wohl aus den Maschinen heraus informiert, unternahm aber nichts. Der Verdacht liegt nahe, dass verschiedene Stellen am Airport, der immerhin 37.000 Personen beschäftigt, einfach nicht miteinander kooperierten.

Konsequenzen und neue Regeln angekündigt

Die Flughafengesellschaft will nun ein „gemeinsames Operation Center“ schaffen, um solche Pannen künftig zu verhindern. Allerdings werde dies „noch etwas dauern“, räumte Andersson ein. Bereits vorher sollen die Personalkapazitäten für die Nachtstunden überprüft und die Leitstellen besser verzahnt werden. Klare Regeln werden eingeführt, die festlegen, wann besondere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Die Manager betonten, die Sicherheit sei in dieser Nacht zu keiner Zeit beeinträchtigt gewesen. In den Flugzeugen habe es „zumindest Getränke“ gegeben, und kritische Situationen seien nicht bekannt. Die Lufthansa hat allen ihr bekannten betroffenen Passagieren eine Entschädigung angeboten. Reitz ermunterte andere Fluggäste, die über Reisebüros gebucht hatten, sich zu melden.

Wiederholte Pannen trotz Auszeichnungen

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Münchner Flughafen Negativ-Schlagzeilen gemacht. Am Tag der Deutschen Einheit bildeten sich riesige Menschenschlangen an den Personenkontrollen, und zahlreiche Passagiere verpassten ihre Flüge. Als Reaktion darauf warb die FMG den BER-erprobten Krisenmanager Thomas Hoff Andersson aus Berlin ab, der sich nun für die neuerliche Panne „von Herzen“ entschuldigen musste.

Grüne und SPD im bayerischen Landtag wollen die Zwangsübernachtungen auch noch im Landesparlament thematisieren. Ironischerweise erhielt der Münchner Flughafen bisher zahlreiche internationale Auszeichnungen. Erst im Dezember wurde er als „Airport of the Year“ ausgezeichnet, bei den Skytrax Awards belegte er wiederholt Platz eins in Zentraleuropa und schaffte es als einziger deutscher Flughafen in die globalen Top 10. Der Franz-Josef-Strauß-Airport ist der einzige in Deutschland mit einer 5-Sterne-Zertifizierung und erhielt 2024 die Auszeichnung „Best Airport Staff in Europe“.

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Die Diskrepanz zwischen diesen Lorbeeren und der jüngsten Panne wirft weiterhin Fragen auf. Ob die angekündigten Maßnahmen ausreichen, um das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten.