Wettbewerb sucht Münchens beliebteste Busfahrer: Nominierungen bis Ende Mai möglich
Münchner können jetzt ihren Lieblingsbusfahrer nominieren

Münchner können ihren Lieblingsbusfahrer nominieren

Ein freundliches Lächeln am frühen Morgen, Geduld im dichten Stadtverkehr oder ein aufmunternder Scherz während der Fahrt – Busfahrerinnen und Busfahrer prägen mit ihrem täglichen Einsatz den Alltag vieler Münchnerinnen und Münchner. Besonders positive Begegnungen bleiben Fahrgästen oft lange im Gedächtnis. Genau solche Geschichten sucht der bundesweite Wettbewerb "LieblingsbusfahrerIn 2026", bei dem noch bis zum 31. Mai Nominierungen eingereicht werden können.

Neue Kategorien und lokaler Münchner Sonderpreis

Zum Auftakt der aktuellen Wettbewerbsrunde hat das Fernbusunternehmen Flix SE in seine Zentrale an der Friedenheimer Brücke eingeladen. In diesem Jahr wurde das Programm erweitert: Erstmals gibt es eine eigene Kategorie für Fernbusfahrer. Daneben bleiben die bewährten Auszeichnungen für "Alltagsheld:innen", "Außergewöhnliche Leistung" und "Schulbus" bestehen. Neu eingeführt wurde zudem ein lokaler Sonderpreis speziell für München.

"Der oder die 'Münchner LieblingsbusfahrerIn' soll herausragenden Service in unserer Stadt würdigen", erklärt Ingo Wortmann, Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). "Unsere Fahrerinnen und Fahrer leisten täglich Großartiges für die Menschen in München. Dieser Preis macht ihre wertvolle Arbeit sichtbar und stärkt gleichzeitig den öffentlichen Nahverkehr vor Ort."

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Persönliche Einblicke: Zwei Münchner Busfahrer erzählen

Geraldine Ojukwu Uzonwanne steuert seit zwei Jahren die großen Linienbusse der MVG durch München. "Ich fahre einfach leidenschaftlich gern", sagt die 46-Jährige mit einem Lachen. Dass sie als Frau einen voll dimensionierten Stadtbus lenkt, sorgt bei manchen Fahrgästen noch immer für überraschte Reaktionen. "Einige denken vielleicht, so ein Fahrzeug sei zu groß für mich. Aber für mich fühlt sich das an wie ganz normales Autofahren – nur mit mehr Verantwortung."

Was sie an ihrem Beruf besonders schätzt, sind die zwischenmenschlichen Begegnungen. "Wenn jemand beim Aussteigen sagt: 'Danke für die angenehme Fahrt' – dann weiß ich, dass ich meinen Job gut gemacht habe", erzählt Uzonwanne. Sie bemüht sich stets um ein freundliches Lächeln. "Und ungefähr 70 Prozent der Fahrgäste lächeln tatsächlich zurück. Das schafft eine positive Atmosphäre für alle."

Thomas Bachert bringt bereits seit 28 Jahren Erfahrung mit. Der 52-Jährige erlebt regelmäßig besondere Momente in seinem Berufsalltag. "Wenn Kinder beim Aussteigen zum Abschied winken – das macht selbst einen schlechten Tag wieder gut", berichtet er. Die meisten Begegnungen verliefen freundlich, doch manchmal gebe es auch angespannte Situationen.

"Wenn jemand aufgebracht einsteigt, weil der Bus vielleicht acht Minuten Verspätung hat, erkläre ich kurz die Gründe: Vielleicht war ein Rollstuhlfahrer, der länger gebraucht hat, oder es gab unerwarteten Stau. In den meisten Fällen zeigen die Fahrgäste dann Verständnis."

Was sich Busfahrer für ihren Beruf wünschen

Auf die Frage, was den Beruf attraktiver machen würde, muss Thomas Bachert nicht lange überlegen. "Ein friedlicheres Miteinander im Straßenverkehr und natürlich eine bessere Bezahlung", antwortet er direkt. In den vergangenen Wochen streikten Beschäftigte der MVG mehrfach für bessere Arbeitsbedingungen.

"Am Ende geht jeder auch wegen des Geldes zur Arbeit. Ein bisschen mehr im Geldbeutel wäre durchaus wünschenswert, besonders angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten in München."

So funktioniert die Nominierung

Noch bis zum 31. Mai können Fahrgäste ihre persönlichen Lieblingsbusfahrer vorschlagen – entweder mit einer kurzen Geschichte oder einem aussagekräftigen Foto unter der offiziellen Wettbewerbswebsite. Falls der Name des Fahrers nicht bekannt sein sollte, besteht dennoch die Möglichkeit zur Teilnahme.

"Oft reichen bereits Angaben wie Liniennummer, Uhrzeit oder eine präzise Beschreibung aus", erklärt Eike Arnold vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). "Bisher konnten wir anhand solcher Hinweise fast immer den entsprechenden Busfahrer identifizieren. Wichtig ist, dass die besondere Begegnung oder der herausragende Service deutlich beschrieben wird."

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Der Wettbewerb richtet sich an alle Fahrgäste, die positive Erfahrungen mit Busfahrerinnen und Busfahrern in München gemacht haben. Die Nominierungen tragen dazu bei, die wertvolle Arbeit im öffentlichen Personennahverkehr sichtbar zu machen und das Ansehen dieses wichtigen Berufsstandes zu stärken.