Münchner Nahverkehr erneut lahmgelegt: Streik dauert bis Sonntagfrüh
Seit Freitagmorgen um 3:30 Uhr und noch bis Sonntag, den 1. März um 3:30 Uhr, legt ein Warnstreik den öffentlichen Nahverkehr in München erneut weitgehend lahm. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) warnt vor massiven Einschränkungen bei U-Bahnen, Trambahnen und Bussen. Wer dennoch in der Stadt mobil sein muss, findet jedoch verschiedene Alternativen.
Eingeschränkter Betrieb auf ausgewählten Linien
U-Bahn: Lediglich auf Teilabschnitten verkehren vereinzelt Züge. Die U3 und U6 fahren im Abschnitt Fürstenried West bis Fröttmaning im Zehn-Minuten-Takt. Auf der U6 sind am Marienplatz zusätzlich vereinzelte Fahrten möglich. Alle anderen U-Bahn-Linien und Abschnitte bleiben außer Betrieb. Die Fahrten werden nicht in der elektronischen Fahrplanauskunft angezeigt.
Tram: Auf der Linie 20 verkehren Bahnen im Zehn-Minuten-Takt. Die Linie 25 fährt bis 20:30 Uhr alle 20 Minuten. Die neue Linie 14 nimmt ihren Betrieb erst gegen Mittag auf.
Busse: Etwa die Hälfte der Fahrzeuge ist im Einsatz, doch fast alle Linien werden stark eingeschränkt bedient. Auf zahlreichen Linien wie X35, X36, X80 sowie den Linien 50 bis 63 und weiteren fahren Busse etwa alle 20 bis 30 Minuten. Auf anderen Linien wie 100, 130 oder 194 bis 199 können die Abstände bis zu 40 Minuten oder einer Stunde betragen. Die MVG bittet ausdrücklich um Geduld bei längeren Wartezeiten und warnt vor hoher Auslastung in den Fahrzeugen.
Voll funktionsfähige Alternativen zum MVG-Netz
S-Bahn und Regionalbahnen: Da sie zur Deutschen Bahn gehören, sind die S-Bahn-Linien nicht vom Streik betroffen und verkehren fahrplanmäßig. Auch bestimmte Regionalbahnverbindungen halten innerhalb Münchens und bieten Ersatz:
- Süden: RB 55/56/57 aus dem Oberland sowie RB 58 aus Rosenheim bedienen Haltestellen wie Solln, Harras und Hauptbahnhof.
- Osten: RE 5 und RB 58 verbinden Grafing mit Ostbahnhof und Hauptbahnhof, RB 40 fährt von Markt Schwaben.
- Norden: RE 3 aus Passau/Landshut, RB 33 mit Halt in Freising und Moosach, RE 1 aus Nürnberg/Ingolstadt und RB 16 mit Halt in Dachau enden am Hauptbahnhof.
- Westen: RB 87, RE 80, RE 89 aus Augsburg sowie RE 72 und RB 74 aus Geltendorf halten in Pasing und fahren zum Hauptbahnhof.
Regionalbusse: Buslinien mit Nummern ab 200 werden von Umlandlandkreisen betrieben und sind laut MVG nicht bestreikt. Sie stellen somit eine weitere Option dar.
Leihfahrzeuge als flexible Lösung
Für kurze Strecken bieten sich verschiedene Leihangebote an:
Call a Bike: Die Leihräder der Deutschen Bahn stehen an über 270 Stationen in München bereit. Mehr als 1000 Räder sind verfügbar. Die Tarife reichen von einem starterfreundlichen Modell ohne Grundgebühr (1 Euro Freischaltgebühr, 1 Euro pro 15 Minuten, maximal 12 Euro/Tag) bis zum Premium-Abo für 5,90 Euro monatlich mit 30 kostenlosen Minuten pro Fahrt.
Dott: E-Bikes und E-Scooter dieses Anbieters müssen primär auf blau markierten Parkflächen in der App abgestellt werden, besonders innerhalb des Altstadtrings. Die Preise sind regionsabhängig und in der App einsehbar.
Emmy: Die roten Elektroroller sind im gesamten Innenstadtbereich verfügbar. Die Registrierung kostet einmalig 4,95 Euro (als Guthaben rückerstattet), plus 1 Euro Freischaltgebühr und 36 Cent pro Fahrminute. Die Rückgabe erfolgt auf öffentlichen Parkplätzen im Geschäftsgebiet, wobei ein Foto des geparkten Rollers erforderlich ist.
Voi: Der schwedische Anbieter verlangt 99 Cent Freischaltgebühr und 24 Cent pro Minute. Es gibt auch Minutenpakete oder Abo-Optionen. Die Fahrzeuge müssen auf ausgewiesenen Abstellplätzen geparkt werden.
Lime: E-Scooter und E-Bikes mit austauschbaren Batterien kosten 1 Euro Entsperrgebühr und etwa 25 Cent pro Minute. Innerhalb des Altstadtrings ist das Abstellen nur auf speziellen Flächen erlaubt. Bei Rückgabe muss ein Foto des Fahrzeugs gemacht werden.
Für alle Leihanbieter gilt: Die Registrierung erfolgt über die jeweilige App, Zahlungen werden per Kreditkarte, PayPal oder ähnlichen Methoden abgewickelt. Nutzer müssen volljährig sein und sollten die Parkregeln unbedingt beachten, um zusätzliche Kosten zu vermeiden.



