MVG-Warnstreik trifft München länger als geplant
Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem erneuten Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen, der München härter trifft als zunächst angekündigt. Statt nur einen Tag soll der Arbeitskampf von Mittwoch (18. März) 11 Uhr bis Freitag (20. März) 4 Uhr andauern und damit fast drei volle Tage den Münchner Nahverkehr lahmlegen.
Besondere Regelungen für FC-Bayern-Spiel
Problematisch wird die Situation insbesondere für die Fußballfans, die am Mittwochabend das Champions-League-Achtelfinalrückspiel des FC Bayern München gegen Atalanta Bergamo in der Allianz Arena besuchen wollen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat dafür spezielle Maßnahmen angekündigt:
- Ein kostenloser Bustransfer des FC Bayern verkehrt ab 18.30 Uhr zwischen der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke und Kieferngarten
- Von Kieferngarten ist die Allianz Arena fußläufig über die Kieferngartenstraße erreichbar
- Nach dem Spiel fahren die Busse vom Kieferngarten zum Karlsplatz (Stachus)
- Der Bustransfer wird mit zusätzlichen Fahrten privater Omnibusunternehmen verstärkt
Die MVG empfiehlt eine möglichst frühzeitige Anreise und rät zur Bildung von Fahrgemeinschaften, insbesondere für Fans aus dem Umland.
Stufenweiser Beginn des Streiks
Am Mittwochmorgen soll der Pendlerverkehr zunächst noch gewährleistet sein: „Bis Mittwoch, 9 Uhr, fahren U-Bahn, Bus und Tram regulär“, so die MVG. Zwischen 9 und 11 Uhr sollen die Fahrzeuge schrittweise einrücken, um zu vermeiden, dass mit Streikbeginn Fahrzeuge auf der Strecke abgestellt werden müssen.
Ab 11 Uhr wird auf das sogenannte „Notnetz“ umgestellt:
- Busse sichern die Grundversorgung auf allen Linien im gesamten Stadtgebiet
- Bei der Tram liegt der Fokus zunächst auf der stark nachgefragten Linie 20
- Bei der U-Bahn wird ein abschnittsweiser Betrieb auf den Linien U3/U6 aufgebaut
„Wie bei den letzten Streiktagen liegt die Priorität auf dem Abschnitt zwischen Innenstadt und Fröttmaning. Damit ist abends auch die Allianz Arena mit der U-Bahn erreichbar“, erklärt die MVG. Der genaue Umfang und die Taktung hängen von der Personalverfügbarkeit ab.
Streikbeginn bereits am Dienstag für Teile der Belegschaft
Bereits am Dienstag (17. März) hat Verdi Mitarbeiter der MVG-Leitstelle und des Fahrgastservice zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Für die Fahrgäste blieb dies zunächst ohne spürbare Auswirkungen – Bus und Tram fuhren den ganzen Tag über wie gewohnt, die U-Bahn nahm den Betrieb am frühen Morgen auf.
Betroffen von den Hauptstreiktagen sind:
- Die U-Bahn
- Die Trambahn
- Alle Buslinien bis zur Nummer 199
Nicht bestreikt werden die S-Bahn, Regionalzüge und MVV-Regionalbuslinien. Ein regulärer Betrieb sei voraussichtlich wieder ab Betriebsbeginn am Freitag möglich.
Hintergrund der Tarifauseinandersetzung
Haris Softic, Bezirksfachbereichssekretär bei Verdi München, bittet um Verständnis bei den Fahrgästen: „Die Beschäftigten im ÖPNV sind selbst auf Busse und Bahnen angewiesen und können den Frust über einen erneuten Streik nachvollziehen. Um die Fahrgäste nicht unnötig hart zu treffen, beginnen wir mit den Streikmaßnahmen erst, nachdem der Großteil der Pendlerinnen und Schülerinnen am Mittwoch ihr Ziel erreicht haben.“
Die Gewerkschaft begründet den Arbeitskampf mit unzureichenden Fortschritten in den Tarifverhandlungen. „Die Beschäftigten dringend spürbare Verbesserungen sowohl beim Entgelt als auch bei den Arbeitsbedingungen benötigen“, heißt es von Verdi. Man sehe keine andere Möglichkeit, als den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde am 23. März deutlich zu erhöhen.
Am Donnerstag (19. März, 13.30 Uhr) ist eine Kundgebung am Marienplatz geplant. Claudia Weber, Bezirksgeschäftsführerin von Verdi München, betont: „Wer in der größten Stadt Bayerns auch in Zukunft einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr will, muss jetzt in das Personal investieren.“
Bundesweite Streikaktionen
Neben München sind auch in anderen Bundesländern Warnstreiks angekündigt:
- Nordrhein-Westfalen: Dienstag und Donnerstag
- Saarland, Brandenburg, Hamburg: Donnerstag
- Sachsen: bereits am Montag
In Hessen und Bremen sollen Entscheidungen über Streikaufrufe noch fallen. Diesmal sind weniger Bundesländer betroffen als bei vorherigen Ausständen, bei denen teils der kommunale Nahverkehr nahezu bundesweit zum Erliegen kam.
Die MVG empfiehlt allen Fahrgästen, aktuelle Informationen unter „Aktuelle Störungen“ auf mvg.de und in der App MVGO unter „Störungen“ abzurufen. Die aktuelle Verbindungsabfrage zeigt mit farbiger Uhrzeit an, welche Züge und Busse auch im Streikfall fahren.



