In der Rostocker Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) ist der Alltag von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern von Konflikten geprägt: Zu wenige Parkplätze, enge und zugeparkte Straßen sowie schlechter Zustand der Wege führen dazu, dass Radfahrer häufig auf Gehwege ausweichen und dort Fußgänger behindern. Das Stadtteilentwicklungskonzept „KTV auf dem Weg“, an dem seit Anfang 2025 gearbeitet wird, soll Lösungen für eine verbesserte Verkehrsorganisation und Straßenraumgestaltung aufzeigen. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Reduzierung des ruhenden Verkehrs.
Weniger Parkplätze für breitere Geh- und Radwege
Auf der jüngsten Sitzung des KTV-Ortsbeirats stellten Lisa Wiechmann und Markus Göhring vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität den aktuellen Stand des Konzepts vor. „Um Maßnahmen zur Verbesserung der Situation umsetzen zu können, muss der ruhende Verkehr im Stadtteil reduziert werden“, erklärte Göhring. Konkret bedeutet dies, dass parkende Fahrzeuge aus dem Viertel verschwinden müssen, um Platz für breitere Geh- und Radwege zu schaffen. Angesichts des bereits hohen Parkdrucks stellt sich die Frage nach der Umsetzung.
Bewohnerparken als Schlüsselmaßnahme
Die Planer sehen im kostenpflichtigen Bewohnerparken ein erhebliches Entlastungspotenzial. „Durch diese Bewirtschaftung gehen wir davon aus, dass die Nachfrage anfangs um fünf Prozent sinken wird“, so Göhring, der sich auf Erfahrungswerte aus anderen Städten stützt. Wenn für das Parken bezahlt werden muss, sinkt die Nachfrage. Felix Winter (Grüne), Vorsitzender des Ortsbeirats, ergänzt: „Beim Bewohnerparken ist nicht jeder, der jetzt dort steht, auch bereit, den Preis dafür zu zahlen. Der würde sich dann möglicherweise woanders einen Parkplatz suchen. Das ist dieser typische Verdrängungseffekt.“ Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass viele der derzeitigen Parker nicht in der KTV wohnen, sondern von außerhalb einpendeln.
Quartiersgaragen und Carsharing ergänzen das Konzept
Zusammen mit anderen Maßnahmen wie Carsharing hoffen die Verantwortlichen, insgesamt etwa zehn Prozent der Stellplätze in der KTV wegfallen zu lassen. So entsteht Raum für breitere Rad- und Gehwege. Zusätzlich sollen Quartiersgaragen die Autos von den Straßen holen. Drei potenzielle Standorte stehen im Raum: am Ulmenmarkt, auf dem Areal des alten Volkstheaters und bei der Polizei in der Maßmannstraße. Die Idee einer Tiefgarage am Ulmenmarkt ist nicht neu, doch aufgrund der aktuellen Haushaltslage ist die Umsetzung ungewiss. Die geschätzten Kosten für einen solchen Bau beliefen sich 2025 auf rund 17 Millionen Euro. Die Stadtverwaltung hält jedoch an der Zielstellung fest.
Weiteres Vorgehen
Das finale Zielbild soll laut Lisa Wiechmann noch im Mai feststehen. Anschließend sind weitere Workshops und Beteiligungsformate geplant. Das Konzept soll im dritten Quartal 2026 zur Entscheidung in die Bürgerschaft gehen.



