Peene-Brücke: 500-Millionen-Projekt für Usedom-Anbindung macht Fortschritte
Peene-Brücke: Fortschritte beim 500-Millionen-Projekt

Es ist eines der größten Verkehrsprojekte der Region. Eine neue Brücke soll die Stadt Wolgast mit der Insel Usedom verbinden. Im gleichen Zuge wird auch eine neue Ortsumgehung für die Stadt gebaut. Wie der Stand der Bauarbeiten ist und welche anderen Neuigkeiten rund um das Mega-Projekt anliegen, hat der Nordkurier erfahren.

Zu viel Urlaubs-Verkehr rund um die Insel

Weil der Urlaubs-Verkehr rund um die Überfahrt von Wolgast auf die beliebte Urlaubsinsel Usedom überhandnahm, wurde im vergangenen Herbst die Ortsumgehung Wolgast durchgewunken. Ein nächtliches Telefongespräch zwischen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sicherte seinerzeit einen warmen Geldregen aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes. Die Kosten für das Projekt werden aktuell auf 500 Millionen Euro geschätzt.

Während die Errichtung der geplanten Brücke auf die Insel noch warten muss, hat sich auf der Wolgaster Landseite schon einiges getan. Wie Projektleiter Stefan Fritsche vom Straßenbauamt Schwerin am Dienstag bei einer Begehung der Mega-Baustelle erklärte, sei der neue Ortseingang zur Stadt Wolgast bereits fertiggestellt. Sobald die Brücke und die Umgehung in Betrieb genommen werden, soll die jetzige Zufahrtsstraße über die B 111 zu einem Fahrradweg umgebaut werden.

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Auf 20 Pfeilern über die Peene

Auch die Plattformen für die Brückenpfeiler sind bereits angelegt. Mit Bohrern soll tief in die Erd- und Gesteinsschichten gebohrt werden. Dafür müssen die angelegten Bohrebenen Gewichte von bis zu 100 Tonnen aushalten können. Auf 20 Pfeilern soll sich die Brücke am Ende über die Peene spannen.

Am Hafenanleger wurden mittlerweile Fertigungshallen angelegt. 200 Arbeiter seien laut Projektleiter Fritsche dauerhaft im Einsatz. „Hier werden dann auch die Elemente gefertigt, die später auf dem Wasser verbaut werden“, erklärt er. Wichtig sei die Fertigungsanlage vor Ort auch wegen der vielen Touristen. „Gerade, wenn im Sommer die Urlauber die Straßen verstopfen, brauchen wir die extra Anlage vor Ort. Der Beton trocknet nämlich innerhalb von nur 90 Minuten“, erklärt der Projektleiter.

Fertigstellung für 2029 geplant

Die Peene-Brücke soll künftig auf über 1,4 Kilometer Länge den Autos die Überfahrt auf die Insel Usedom ermöglichen. Mit einer lichten Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom und bis zu 70 Meter hohen Pylonen können Schiffe die Peene künftig ohne Brückenöffnungen passieren.

Nach aktuellem Stand könne die Ortsumgehung Wolgast Ende 2029 für den Verkehr freigegeben werden. Zu Beginn der Planungen für das aufwendige Brückenbauwerk sei zwar ein früherer Fertigstellungstermin avisiert worden, räumte die Behörde ein. Aber: „Gründe für die Anpassung der Terminkette sind unter anderem ein schwieriger Baugrund, ein verlängertes Vergabeverfahren aufgrund einer Klage vor dem Oberlandesgericht Rostock sowie Anpassungen im Bauablauf zugunsten stabiler, weniger störanfälliger und kosten-beständiger Bauverfahren“, machte das Straßenbauamt deutlich.

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