Zweitägiger Pilotenstreik legt Lufthansa-Verbindungen am BER lahm
Die deutsche Lufthansa-Gruppe steht vor erneuten massiven Betriebsstörungen. Die Vereinigung Cockpit (VC) hat für Montag und Dienstag einen 48-stündigen Pilotenstreik angekündigt, der auch den Hauptstadtflughafen BER schwer trifft. Der Arbeitskampf beginnt am Montag um 00.01 Uhr und endet am Dienstag um 23.59 Uhr.
Massive Flugausfälle am Hauptstadtflughafen
Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) sind an beiden Streiktagen die Lufthansa-Verbindungen von und nach Frankfurt sowie München betroffen. Laut der aktuellen Fluginformation auf der Internetseite des BER werden jeweils etwa 20 Starts und Landungen gestrichen. Dies bedeutet erhebliche Einschränkungen für Passagiere, die auf diese wichtigen Drehkreuze angewiesen sind.
Der Streikaufruf betrifft VC-Mitglieder bei der Deutschen Lufthansa AG, der Lufthansa Cargo AG, der Lufthansa Cityline GmbH und der Eurowings GmbH. Bei Eurowings ist der Ausstand allerdings nur für Montag geplant. Noch liegen keine konkreten Informationen darüber vor, wie viele Eurowings-Flüge am BER tatsächlich ausfallen werden.
Keine Einigung in Tarifkonflikten
Die Vereinigung Cockpit begründet die erneute Arbeitsniederlegung mit der fehlenden Kompromissbereitschaft der Arbeitgeberseite in mehreren parallel laufenden Tarifkonflikten. Nach Angaben der Gewerkschaft liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein annehmbares Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch existiert bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag.
Das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersvorsorge bei Eurowings wird von der VC als inakzeptabel bewertet. Ein Lufthansa-Sprecher konterte diese Vorwürfe und kritisierte die Kernforderung der Gewerkschaft scharf. Die Verdopplung einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge sei aus Unternehmenssicht unerfüllbar.
Erneute Belastung nach Flugbegleiter-Streik
Die aktuelle Streikwelle trifft den BER besonders hart, da erst am vergangenen Freitag wegen eines Flugbegleiter-Streiks nahezu sämtliche innerdeutschen Verbindungen der Lufthansa am Hauptstadtflughafen ausgefallen waren. Passagiere müssen sich somit auf eine verlängerte Phase erheblicher Ungewissheit und Umplanungen einstellen.
Die anhaltenden Arbeitskämpfe innerhalb der Lufthansa-Gruppe verdeutlichen die tiefgreifenden Spannungen in den Tarifverhandlungen und belasten nicht nur das Unternehmen, sondern auch die gesamte Luftverkehrsinfrastruktur in Deutschland.



