Erste Rückholflüge aus Nahost-Konfliktregion erreichen deutsche Flughäfen
Nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs am vergangenen Wochenende und den daraus resultierenden massiven Luftraumsperrungen zeichnen sich für die zehntausenden gestrandeten deutschen Urlauber im Nahen Osten erste Lichtblicke ab. An den Flughäfen Frankfurt und München werden am heutigen Tag mehrere Linienmaschinen aus der Konfliktregion erwartet. Allerdings betonen Verantwortliche nachdrücklich, dass die Situation weiterhin als äußerst volatil einzustufen ist und kurzfristige Flugannullierungen jederzeit möglich bleiben.
Frankfurt erwartet fünf Maschinen - München vier am Abend
Laut Angaben des Flughafenbetreibers Fraport zeichnet sich aktuell ab, dass einige Flugkorridore wieder geöffnet wurden. Auf dem Flugplan für den Frankfurter Flughafen stehen demnach Bewegungen von und nach Dubai, Bahrain, Maskat, Beirut, Riad und Amman. „Im Tagesverlauf könnten fünf Flugzeuge aus der Region hier landen“, so eine Fraport-Sprecherin. Sie verwies jedoch auch auf einen bereits am Morgen kurzfristig annullierten Flug aus Dubai und betonte, dass solche Absagen weiterhin jederzeit vorkommen könnten. Flüge von und nach Tel Aviv sowie Doha seien nach wie vor definitiv nicht möglich.
Am Münchner Flughafen werden am Abend vier Maschinen aus der Region erwartet, konkret aus dem Oman, Abu Dhabi und Dubai. Bei zwei dieser Flüge handelt es sich um Sonderflüge der Airlines Oman Air und Emirates. Ein Sprecher des Airports unterstrich, dass die betroffenen Fluggesellschaften derzeit im Tagesgeschäft planen und die Lage sich stündlich ändern könne.
Erster Regierungs-Evakuierungsflug startet am Donnerstag
Ein bedeutender Schritt zur Rückholung besonders schutzbedürftiger Personen ist für den frühen Donnerstagmorgen geplant. Der erste Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung, durchgeführt von der Lufthansa, soll dann in Frankfurt landen. Der Airbus A340-300 mit der Flugnummer LH345 startet nach Mitternacht Ortszeit in Maskat, der Hauptstadt des Oman, und wird voraussichtlich gegen 5:45 Uhr MEZ in Frankfurt erwartet. Die Maschine verfügt über 279 Passagiersitze.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte, dass für diesen initialen Flug besonders verwundbare Gruppen priorisiert werden sollen. Dazu zählen Schwangere, Kranke und Kinder. Die Bundesregierung plane, in den kommenden Tagen weitere Evakuierungsflüge durchzuführen, um möglichst viele der betroffenen Reisenden zurückzuholen.
30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern betroffen
Die Dimension der Krise wird durch Zahlen des Deutschen Reiseverbands deutlich. Demnach sind rund 30.000 Reisende von deutschen Reiseveranstaltern direkt betroffen und können derzeit nicht wie geplant zurückkehren. Die Veranstalter arbeiten unter Hochdruck an der Organisation von Rückreisemöglichkeiten. Aufgrund der nach wie vor sehr begrenzten Flugkapazitäten und der unsicheren Luftraumsituation gestaltet sich dies jedoch als äußerst komplexe Herausforderung.
Bereits in den vergangenen Tagen gab es erste erfolgreiche Landungen, die Hoffnung machen. Am Dienstagnachmittag landete eine Maschine der Emirates aus Dubai in Frankfurt, am späten Dienstagabend folgte ein weiterer Flieger in München. Die Erleichterung bei den Passagieren war immens, viele Rückkehrer fielen ihren wartenden Familienangehörigen sichtlich gerührt in die Arme. Diese Bilder der Erleichterung stehen jedoch weiterhin unter dem Vorbehalt einer sich stündlich ändernden Sicherheitslage im Nahen Osten.



