Rostocks Verkehrsnadelöhr: Hundertmännerstraße wird monatelang halbseitig gesperrt
Eine umfangreiche Sanierungsmaßnahme wird den Verkehr in Rostock bis voraussichtlich Ende des nächsten Jahres erheblich beeinträchtigen. Ab dem 20. April beginnen die Bauarbeiten in der Hundertmännerstraße, einem verkehrstechnisch bedeutenden Nadelöhr in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Die zirka 500 Meter lange Strecke dient als wichtige Verbindung im Rostocker Straßennetz und führt als Brücke über die Bahnschienen.
Erster Bauabschnitt startet im April
Der erste Bauabschnitt konzentriert sich auf die Sanierung der Gehwege zwischen dem Knoten Saarplatz und der Kreuzung Bei der Tweel/Engelstraße. Altersbedingte Schäden, Wurzelaufwölbungen durch geschützte Alleebäume und abgesackte Böschungen machen diese Maßnahme dringend erforderlich, wie die Hansestadt mitteilt. Stadtsprecher Ulrich Kunze erklärt, dass die Arbeiten bis zum Spätsommer oder Herbst andauern werden, wobei das genaue Ende noch nicht exakt abgeschätzt werden kann.
Während der Bauzeit wird die Hundertmännerstraße abschnittsweise halbseitig gesperrt, was zu erheblichen Verkehrseinschränkungen führen wird. Täglich nutzen bis zu 6500 Fahrzeuge diese Straße, zusätzlich zu zahlreichen Fußgängern und Radfahrern. Das Umfeld ist mit Wohnhäusern, kleinen Geschäften, dem nahegelegenen Lindenpark und der Universität stark frequentiert und lebendig.
Zweiter Abschnitt folgt 2027
Der zweite Bauabschnitt ist voraussichtlich für das Frühjahr 2027 geplant und wird ähnlich lange andauern wie der erste. Startpunkt ist nördlich der Bahnbrücke, zunächst auf der Lindenparkseite. Dr. Ute Fischer-Gäde (Grüne), Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität, betont die Herausforderungen durch die geschützten Alleebäume, deren Wurzeln die Gehwege über Jahre hinweg stark angehoben und beschädigt haben.
Da die Bäume direkt am Fahrbahnrand stehen, ist ein Neubau an gleicher Stelle nicht möglich. Die Lösung sieht vor, dass die neuen Geh- und Radwege künftig etwas von der Straße abgerückt und im Bereich der heutigen Böschungen verlaufen werden. Auf diese Weise bleibt der prägende Alleebaumbestand erhalten, der das Stadtbild maßgeblich bestimmt.
Investitionen in nachhaltige Infrastruktur
Neben neuen Gehwegen entstehen auch gemeinsame Geh- und Radwege, eine neue Treppenanlage sowie eine Stützwand im Bereich der Brücke. Die Beleuchtung wird modernisiert, um sichere und barrierefreie Wege für alle Verkehrsteilnehmenden zu schaffen. Ute Fischer-Gäde erklärt: „Mit der Sanierung der Hundertmännerstraße schaffen wir sichere und barrierefreie Wege für alle Verkehrsteilnehmenden – und das im Einklang mit Natur- und Denkmalschutz.“
Die Investitionen für alle Teilbauabschnitte belaufen sich auf zirka 1,2 Millionen Euro. Diese gezielte Investition in eine nachhaltige und zukunftsfähige Infrastruktur soll nicht nur die Verkehrssicherheit erhöhen, sondern auch das städtische Umfeld aufwerten. Die Maßnahmen erfolgen im Einklang mit Natur- und Denkmalschutz, wobei der Erhalt des Alleebaumbestandes eine zentrale Rolle spielt.
Die Sanierung der Hundertmännerstraße stellt somit eine bedeutende Herausforderung für den Rostocker Verkehr dar, bietet aber langfristig Vorteile durch verbesserte Infrastruktur und den Schutz des städtischen Grüns. Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer müssen sich in den kommenden Monaten auf Behinderungen einstellen, während die Stadt an einer zukunftsfähigen Lösung arbeitet.



