Rostock will Tram-Fallen mit Markierungen statt Umbauten entschärfen
Rostock: Markierungen statt Umbauten gegen Tram-Fallen

Rostock setzt auf Sichtbarkeit: Markierungen sollen Tram-Fallen entschärfen

Die Rostocker Bürgerschaft hat in ihrer jüngsten Sitzung einem Antrag der Linken zugestimmt, der darauf abzielt, gefährliche Höhenunterschiede an Straßenbahnhaltestellen besser sichtbar zu machen. Konkret soll die Stadtverwaltung prüfen, wie durch klare Fahrbahnmarkierungen oder andere gut erkennbare Hinweise die Sicherheit für Fahrgäste, Fußgänger und Autofahrer erhöht werden kann. Das Ziel ist eindeutig: weniger Kollisionen, weniger blockierte Gleise und insgesamt ein sichereres Verkehrsumfeld.

Höhenunterschiede als unterschätzte Gefahr

Toralf Herzer von der Linken erläuterte während der Bürgerschaftssitzung am Mittwoch, dem 4. März, dass es immer wieder zu Vorfällen kommt, bei denen Autos aus Versehen in den Bereich von Straßenbahnhaltestellen fahren und dort auf Gleisen aufsetzen. Auch Fußgänger nehmen die unterschiedlichen Fahrbahnschichten nicht immer ausreichend wahr. „Solche Absätze werden schnell zu einer Falle. Wer die Gefahr zu spät erkennt, reagiert auch zu spät“, so Herzer. Er betonte, dass Markierungen eine schnellere Lösung darstellen als aufwendige Umbauten und verwies auf positive Beispiele aus anderen europäischen Städten wie Wien oder Porto.

Zustimmung mit kritischen Untertönen

Bei SPD und Hansefraktion stieß der Antrag grundsätzlich auf Zustimmung, allerdings nicht ohne kritische Bemerkungen. Steffi Manske von der SPD monierte, der Antrag sei „leider sehr eng gefasst“ und ziele lediglich darauf ab, Autos von Orten abzuhalten, an denen sie eigentlich nichts zu suchen haben. Sie wies darauf hin, dass die unterschiedlichen Fahrbahnschichten gefährlicher für Menschen, die stolpern, als für Fahrzeuge seien. Dennoch stimmte die SPD dem Antrag zu, ebenso wie die Hansefraktion, die ihn als „sinnvollen ersten Schritt“ bezeichnete.

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Ablehnung von CDU und FDP/Unabhängigen

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Chris Günther schätzte den Antrag zwar als „sympathisch“ ein, gab aber zu bedenken, dass die letzten Vorfälle mit Fahrzeugen in Gleisbetten auf Alkoholkonsum zurückzuführen waren. Sie argumentierte, dass Fahrbahnmarkierungen bereits vorhanden seien und „Alkoholtester an Straßenbahnhaltestellen bringen es auch nicht“. Während sie eine Steigerung der Sicherheit für Fußgänger begrüßen würde, lehnte die CDU den Antrag ab. Eric Adelsberger von der FDP/Unabhängigen sah ebenfalls nichts Gutes in dem Vorhaben.

Trotz dieser Ablehnung fand der Antrag bei der Mehrheit der Abgeordneten Zustimmung. Nun liegt es an der Stadtverwaltung, zu prüfen, wie effizient zusätzliche Markierungen tatsächlich sind und ob sie dazu beitragen können, die gefährlichen Tram-Fallen in Rostock nachhaltig zu entschärfen. Dieser Schritt könnte ein wichtiger Baustein für die Verkehrssicherheit in der Hansestadt werden.

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