Seewege als moderne Waffen: Wie Deutschland sich jetzt wappnen muss
Seewege als moderne Waffen – Deutschlands neue Strategie

Der Krieg im Nahen Osten hat eine neue Dimension erreicht: Seewege werden als moderne Waffen eingesetzt. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Straße von Hormus als „wirtschaftliche Nuklearwaffe“ des Iran. Doch Europa drohen an anderen Stellen noch größere Gefahren. Deutschland muss sich jetzt wappnen.

Die strategische Bedeutung der Seewege

Der Seehandel hat über Jahrhunderte enorm an Bedeutung gewonnen. Große Gütermengen können nur auf diesem Weg sicher transportiert werden. Auch heute sind Wasserwege essenziell. Durch die Straße von Hormus fließt normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs. Die aktuellen Spannungen zeigen schmerzhaft, dass Lieferketten ein sicherheitspolitisches Thema sind. Zwei Drittel des deutschen Außenhandels laufen übers Meer. Ohne Schifffahrt würden hierzulande Chips für die Autoindustrie, Rohstoffe wie Erz, Gas und Öl, aber auch Lebensmittel fehlen.

Bedrohungen an mehreren Fronten

Derzeit sind alle Blicke auf die Straße von Hormus gerichtet. Sie ist jedoch nicht die einzige Passage von großer Bedeutung. Der deutsche Nato-General Ingo Gerhartz sagte Ende April: „Wenn es um unsere Versorgungssicherheit geht, zivil wie militärisch, sind die dänischen Meerengen unsere europäische Straße von Hormus.“ Seine Botschaft: „Unsere Aufgabe ist es, sie für den Schiffsverkehr offenzuhalten.“ Die Vorstellung, Russland könnte hier die Kontrolle an sich reißen, ist beängstigend.

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Das Problem endet nicht am Großen Belt und dem Öresund. Am Roten Meer greifen Huthis weiter Schiffe an. Am Horn von Afrika lauern Piraten. Vor allem aber bedrohen Spannungen südlich von China wichtige Handelswege. Die Straße von Malakka und die Taiwan-Straße passieren jeweils mehr als doppelt so viele Schiffe wie die Straße von Hormus.

Was Deutschland tun muss

Deutschland und Europa müssen ihre Abhängigkeiten reduzieren und die Sicherheit der Seewege gewährleisten. Dazu gehören eine stärkere Marinepräsenz, der Ausbau von Alternativrouten und die Diversifizierung der Energiequellen. Die Nato spielt eine zentrale Rolle, aber auch die EU muss ihre maritime Strategie verschärfen. Die Zeiten, in denen Seewege als selbstverständlich galten, sind vorbei.

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