Polizei startet europaweite Speedweek mit intensiven Geschwindigkeitskontrollen
Ab Montag, dem 13. April 2026, ist auf deutschen Straßen mit deutlich mehr Geschwindigkeitskontrollen zu rechnen. Fast alle Bundesländer beteiligen sich an der europäischen Aktion »Speedweek«, die bis zum 19. April andauert. Ziel der Polizei ist es, Autofahrer nachdrücklich an die geltenden Tempolimits zu erinnern und so die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Unterschiedliche Schwerpunkte in den Bundesländern
Die Umsetzung der Kontrollen variiert zwischen den Bundesländern erheblich. Baden-Württemberg und Bayern konzentrieren sich auf einen sogenannten Blitzermarathon am Mittwoch, dem 15. April. Teilweise werden die Standorte der mobilen Blitzer vorab bekannt gegeben oder basieren auf Umfragen in der Bevölkerung. Andere Länder setzen hingegen auf regelmäßige, über die gesamte Woche verteilte Kontrollen.
Laut Angaben des ADAC nimmt in diesem Jahr lediglich das Saarland nicht an der Aktion teil. Berlin hat sich dagegen, anders als in der Vergangenheit, der Speedweek angeschlossen. Die Polizei fokussiert ihre Maßnahmen insbesondere auf Orte, an denen Menschen besonders geschützt werden müssen.
Schutz sensibler Bereiche im Fokus
Die Kontrollen konzentrieren sich vor allem auf:
- Bereiche vor Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern
- Umgebungen von Seniorenheimen
- Fußgängerüberwege und Bushaltestellen
- Baustellen, an denen reduzierte Geschwindigkeiten gelten
Durch diese gezielten Maßnahmen soll das Unfallrisiko in besonders vulnerablen Zonen minimiert werden.
Experten bezweifeln langfristige Wirkung
Ob zeitlich begrenzte Aktionen wie die Speedweek eine nachhaltige Wirkung entfalten, wird von Verkehrsexperten kritisch hinterfragt. Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung der Versicherer (UDV), äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erhebliche Zweifel: »Ein Blitzermarathon sorgt für eine kurzzeitige Aufmerksamkeit für das Thema Geschwindigkeit. Das ist erst einmal eine gute Sache, aber es wirkt nicht dauerhaft.«
Zeidler erklärte weiter: »In dem Zeitraum wird dann sehr diszipliniert gefahren, weil man Sorge hat, erwischt zu werden. Wir wissen aber auch, dass die Sensibilisierung kurz danach wieder nachlässt.«
Forderung nach nachhaltigen Kontrollkonzepten
Die Expertin plädiert stattdessen für konsequente und kontinuierliche Kontrollen über die Speedweek hinaus. »Nachhaltigkeit erreicht man durch eine Mischung von festen und mobilen Blitzern«, so Zeidler. Nur durch eine dauerhafte Präsenz und Überwachung könne ein langfristig diszipliniertes Fahrverhalten etabliert werden.
Die aktuelle Speedweek zeigt somit einerseits das Engagement der Polizei für mehr Verkehrssicherheit, wirft aber gleichzeitig grundsätzliche Fragen zur Effektivität solcher zeitlich begrenzter Maßnahmen auf.



