Spritpreis-Frust: Warum sinkende Ölpreise nicht an der Zapfsäule ankommen
Spritpreis-Frust: Öl billiger, Tanken teuer

Spritpreis-Frust: Warum Autofahrer trotz billigerem Öl nicht sparen

Tanken bleibt für viele Autofahrer weiterhin ein teures Ärgernis. Egal ob auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder in den Urlaub – an der Zapfsäule halten sich die Preise hartnäckig auf hohem Niveau. Wer gehofft hatte, dass es spürbar günstiger wird, wird aktuell enttäuscht. Benzin und Diesel kosten heute fast genauso viel wie vor einem Jahr, beim Diesel zahlen Autofahrer sogar etwas mehr. Dabei spricht vieles dafür, dass Tanken eigentlich billiger sein müsste. Der Rohölpreis in Europa liegt im Vergleich zu Februar 2025 rund neun Prozent niedriger.

Spritpreise praktisch unverändert trotz gesunkener Ölpreise

An der Zapfsäule kommt von den gesunkenen Rohölpreisen jedoch kaum etwas an. Super E10 kostete im Januar 2026 im bundesweiten Durchschnitt 1,739 Euro pro Liter. Im Januar 2025 waren es 1,737 Euro – praktisch kein Unterschied. Diesel ist im gleichen Zeitraum sogar teurer geworden: Der Durchschnittspreis stieg von 1,678 Euro auf 1,692 Euro pro Liter. Das sind 1,4 Cent mehr pro Liter.

Zuletzt ging es beim Ölpreis zwar wieder nach oben. „Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent-Öl ist seit Anfang des Jahres um rund acht US-Dollar gestiegen, zeitweise sogar noch etwas mehr“, sagt ein ADAC-Sprecher. Aktuell koste Rohöl etwas weniger als 70 US-Dollar. Der aktuelle Benzinpreis sei deshalb „insgesamt relativ angemessen“, auch weil der Euro gegenüber dem Dollar stärker geworden ist, so der Sprecher weiter.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

ADAC sieht beim Diesel Potenzial für Preissenkungen

Der ADAC sieht beim Diesel jedoch noch Potenzial für Preissenkungen. Trotz der deutlich niedrigeren Besteuerung liegt der Preis derzeit nur 3,5 Cent unter dem von Super E10. Nach Einschätzung des ADAC ist bei Diesel noch Luft nach unten vorhanden. Warum Entlastungen für Autofahrer oft ausbleiben, erklärt der ADAC mit der Preisweitergabe: Steigende Ölpreise würden schnell an die Tankstellen weitergegeben, sinkende dagegen oft nur verzögert.

Zudem ist ein großer Teil des Spritpreises steuerbedingt – bei Super E10 rund 62 Prozent, bei Diesel über 53 Prozent. Diese festen Abgaben bleiben unabhängig von der Rohölpreisentwicklung stabil und tragen maßgeblich zum hohen Preisniveau bei.

Ernüchterndes Fazit für Autofahrer

Unterm Strich bleibt für Autofahrer ein ernüchterndes Fazit: Im Jahresvergleich ist Sprit kaum günstiger geworden, zuletzt sogar wieder teurer. Nur beim Diesel sieht der ADAC noch Spielraum für mögliche Preissenkungen. Die Diskrepanz zwischen sinkenden Rohölpreisen und stabilen Zapfsäulenpreisen sorgt weiter für Frust bei den Verbrauchern.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig:

  • Verzögerte Weitergabe gesunkener Rohstoffpreise
  • Hohe steuerliche Belastung des Sprits
  • Wechselkursschwankungen zwischen Euro und Dollar
  • Marktmechanismen im Tankstellenbereich

Für Autofahrer bedeutet dies, dass sie weiterhin mit hohen Tankkosten rechnen müssen, auch wenn die Rohstoffmärkte Entlastung signalisieren könnten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration