Kraftstoffpreise über 2 Euro: Unternehmen in Uecker-Randow fürchten um Existenz
Spritpreise über 2 Euro: Unternehmen fürchten um Existenz

Kraftstoffpreise über 2 Euro: Unternehmen in Uecker-Randow fürchten um Existenz

Die aktuellen Spritpreise an den Tankstellen in der Region Uecker-Randow haben die Zwei-Euro-Marke deutlich überschritten und stellen zahlreiche Unternehmen vor existenzielle Herausforderungen. Fahrschulen, Fuhrunternehmen, Kranken- und Pflegedienste müssen durch die drastischen Preissteigerungen deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Transportunternehmen mit massiven Mehrkosten

Stefan Nikolaus, Geschäftsführer der Transport & Logistik GmbH Ulrich Nikolaus aus Krackow, spricht von einer äußerst schwierigen Situation. Das Unternehmen verfügt gemeinsam mit der zur Firmengruppe gehörenden Straßen- und Tiefbaugesellschaft mbH Ernst Röwer über 50 Lastkraftwagen, die jährlich rund eine Million Liter Diesel verbrauchen. „Bei einer Steigerung des Dieselpreises um zehn Cent entstehen für uns Mehrkosten von 100.000 Euro“, erklärt Nikolaus. Nur bei einem kleinen Teil der Großkunden gebe es automatische Anpassungen für Diesel-Schwankungen.

Um die zusätzlichen Kosten aufzufangen, müsse das Unternehmen versuchen, bei künftigen Projekten höhere Preise durchzusetzen. Bei bestehenden Verträgen gebe es lediglich die Möglichkeit, Kunden um Nachvergütung zu bitten. Gegenwärtig prüfe man, ob sich das Betanken der Fahrzeuge in Polen lohne, was jedoch mit erhöhtem Personalaufwand verbunden sei. „Sollten diese Preise länger Bestand haben, wird das erhebliche Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis haben“, warnt der Geschäftsführer.

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Penkuner Unternehmen in Notsituation

Bernd Netzel, Geschäftsführer der Penkun-Tourist GmbH, bezeichnet die derzeitige Lage als heftigen Schlag in die Magengrube und eine Katastrophe. Das Unternehmen ist vorwiegend im Schüler- und Krankentransport tätig und muss Preissteigerungen beim Kraftstoff von über 30 Prozent verkraften. Hinzu kommen gestiegene Kosten bei Versicherungen und Fahrzeugbeschaffung.

„Das ist eine Notsituation. Der Kreis muss reagieren. Wenn er das nicht tut, müssen wir den Schülerverkehr einstellen. Sonst fahren wir in den Ruin“, macht Netzel deutlich. Bei 34 Fahrzeugen, die nahezu täglich unterwegs seien, entstünden durch die gestiegenen Kraftstoffpreise enorme Mehrkosten. Auch er prüfe das Betanken in Polen, was jedoch mit zusätzlichem Aufwand und Problemen bei der Mehrwertsteuererstattung verbunden sei.

Fahrschulen an der Belastungsgrenze

René Thom, der in Pasewalk in zweiter Generation eine Fahrschule betreibt, sieht die Situation ebenfalls kritisch. „Es ist natürlich in diesem Moment keine schöne Situation, aber es hilft nichts, den Kopf in den Sand zu stecken“, sagt der Fahrlehrer. Zunächst müsse man die Preissteigerungen hinnehmen, die weit über den ursprünglich angekündigten drei bis fünf Cent liegen.

Thom kritisiert, dass in Berlin über die Steuern viel Geld verdient werde und deshalb wenig Interesse bestehe, dem Bürger entgegenzukommen. „Ich schaue mir das jetzt zwei, drei oder maximal vier Wochen an und dann werde ich reagieren müssen“, stellt der Rollwitzer klar.

Frank Radant, der mit seiner Frau Gritti in Penkun eine Fahrschule betreibt, nennt die Preissteigerungen eine Katastrophe. „Irgendwann kommen die Leute an ihre Grenzen. Damit meine ich vor allem die jungen Leute, die einen Führerschein machen wollen“, betont der Fahrlehrer. Bereits jetzt gebe es Rückgänge bei den Anmeldungen zur Fahrschule.

Sozialträger mit zusätzlichen Belastungen

Michael Schulz, stellvertretender Geschäftsführer der Volkssolidarität (VS) Uecker-Randow, hat überhaupt kein Verständnis für die aktuelle Situation. Das Mineralöl werde teilweise ein halbes Jahr vorher von den Konzernen eingekauft, weshalb die Preise nicht plötzlich um 30 Cent je Liter steigen könnten. Er hofft auf eine Entlastung oder einen Spritpreisdeckel und schlägt vor, die im Januar eingeführte CO₂-Steuer aus Benzin und Diesel vorübergehend auszusetzen.

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Die VS sei jeden Tag mit 90 Fahrzeugen im Pflegedienst, Fahrdienst und bei der Auslieferung von Essen unterwegs. „Da kommt eine große zusätzliche Summe Treibstoffkosten auf den Sozialträger zu“, erklärt Schulz. Die höheren Benzinpreise könnten in der Pflege nicht umgelegt werden, da dort Festpreise vereinbart seien. Gleiches gelte für Fahrdienste nach Ausschreibung des Landkreises.

Schulz hofft auf ein Entgegenkommen des Landkreises und befürchtet, dass auch Preise von Lieferanten und Handwerkern durch die hohen Spritkosten steigen werden. Die Unternehmen in der Region Uecker-Randow stehen vor einer ernsten Herausforderung, die ohne politische Maßnahmen zu existenziellen Problemen führen könnte.