Spritpreise treffen Sachsen-Anhalt regional sehr unterschiedlich
Die aktuell hohen Spritpreise belasten die Bewohner Sachsen-Anhalts in stark variierendem Maße, abhängig von ihrem Wohnort. Grund dafür sind erhebliche Unterschiede in der Dichte von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor innerhalb des Bundeslandes. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zum Fahrzeugbestand zu Beginn des Jahres hervor.
Städte mit geringer Dieselautodichte
Im bundesweiten Vergleich fällt auf, dass Halle bei der Dieselautodichte fast am unteren Ende rangiert. In der Stadt kommen lediglich rund 89 Dieselautos auf 1.000 Einwohner. Noch weniger gibt es nur in Berlin, während Leipzig mit 83 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner ebenfalls darunter liegt.
Innerhalb Sachsen-Anhalts bleibt Halle damit klar das Schlusslicht. Auch in Magdeburg mit etwa 107 Dieselautos je 1.000 Einwohner und in Dessau-Roßlau mit knapp 119 ist die Diesel-Dichte vergleichsweise niedrig.
Ländliche Regionen mit hoher Diesel-Dichte
Ganz anders präsentiert sich die Situation in den ländlichen Gebieten des Landes. Besonders viele Dieselfahrzeuge pro Einwohner verzeichnet der Altmarkkreis Salzwedel mit rund 218 pro 1.000 Einwohner. Es folgen der Landkreis Stendal mit etwa 198 sowie die Börde mit gut 191 Dieselautos.
Damit liegt die Diesel-Dichte in Teilen Nord-Sachsen-Anhalts mehr als doppelt so hoch wie in der Stadt Halle.
Benziner dominieren im Saalekreis und Wittenberg
Bei den Benzinern führt der Saalekreis die Statistik an: Dort kommen etwa 412 Fahrzeuge pro 1.000 Einwohner auf die Straßen. Dahinter folgen Wittenberg mit 407 sowie Anhalt-Bitterfeld mit 404 Benzinfahrzeugen.
Die geringste Benzinerdichte findet sich erneut in den urbanen Zentren. In Halle (Saale) sind es rund 282 pro 1.000 Einwohner, in Magdeburg etwa 297.
Gesamtdichte zeigt große regionale Disparitäten
Betrachtet man Diesel- und Benzinfahrzeuge zusammen, wird deutlich: Vor allem in ländlichen Regionen ist die Abhängigkeit vom Auto besonders ausgeprägt. Spitzenreiter ist hier die Börde mit ungefähr 586 Verbrennern pro 1.000 Einwohnern, dicht gefolgt vom Altmarkkreis Salzwedel mit 584 und dem Saalekreis mit 570 Fahrzeugen.
In Halle (Saale) liegt dieser Wert dagegen nur bei etwa 371, was den Kontrast zwischen Stadt und Land unterstreicht.
Elektromobilität noch in den Kinderschuhen
Wer in Sachsen-Anhalt elektrisch unterwegs ist, gehört weiterhin zu einer klaren Minderheit. Die höchsten Werte erreichen die Börde mit gut 14 Elektroautos pro 1.000 Einwohner sowie das Jerichower Land und der Saalekreis mit jeweils rund 13 E-Fahrzeugen.
Die niedrigste E-Auto-Dichte weist Halle (Saale) mit etwa 9 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner auf. Auch im Salzlandkreis und in Mansfeld-Südharz sind die Werte mit rund 9 beziehungsweise 10 gering.
Deutliches Stadt-Land-Gefälle bei der Mobilität
Insgesamt offenbart die Analyse ein klares Muster: In den kreisfreien Städten ist die Fahrzeugdichte signifikant geringer als in den Landkreisen. Während in Halle nur ungefähr 367 private Autos pro 1.000 Einwohner registriert sind, sind es in der Börde fast 600.
Für viele Menschen in den ländlichen Gebieten dürften steigende Spritpreise daher besonders spürbar sein, da Alternativen zum Auto dort oft kaum verfügbar sind.



