Spritpreise sinken vor Osterferien: Diesel deutlich günstiger, Trend unsicher
Spritpreise vor Ostern: Diesel günstiger, Trend fraglich

Spritpreise geben vor Osterferien leicht nach

Kurz vor Beginn der Osterreisewelle zeigen sich an deutschen Tankstellen leichte Entspannungstendenzen. Sowohl Diesel als auch Superbenzin verbilligten sich am Donnerstag im bundesweiten Tagesdurchschnitt, wie der ADAC mitteilte. Allerdings bleibt die Frage, ob dieser Trend von Dauer sein wird, angesichts volatiler Marktbedingungen fraglich.

Diesel setzt Talfahrt fort

Vor allem Dieselkraftstoff wurde deutlich günstiger und setzt damit seine Talfahrt nach dem Mehrjahreshoch vom Montag fort. Am Donnerstag kostete ein Liter Diesel durchschnittlich 2,234 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 3,5 Cent gegenüber dem Vortag und sogar 7,6 Cent weniger als noch am Montag.

Superbenzin der Sorte E10 notierte am Donnerstag bei 2,054 Euro pro Liter, was einem Minus von 1,4 Cent im Vergleich zum Mittwoch entspricht. Im Vergleich zum Jahreshoch vom vergangenen Freitag ist der Preis für E10 inzwischen um 3,2 Cent gesunken.

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Allzeithochs derzeit deutlich entfernt

Für beide Kraftstoffarten liegen die Allzeithochs aus dem März derzeit wieder in weiter Ferne. Dennoch deuten erste Preise vom Freitag bereits darauf hin, dass die Entspannung nur von kurzer Dauer sein könnte. Hintergrund sind steigende Ölpreise auf dem Weltmarkt, die sich erfahrungsgemäß schnell an der Zapfsäule bemerkbar machen.

Im Vergleich zum Stand vor Beginn des Iran-Kriegs war Diesel zuletzt knapp 49 Cent pro Liter teurer, Superbenzin knapp 28 Cent. Diese Differenz zeigt die anhaltende Belastung für Autofahrer trotz aktueller Verbilligung.

Grenzüberschreitendes Tanken in Ferien erwartet

In den beginnenden Osterferien werden voraussichtlich viele Autofahrer die Gelegenheit nutzen, jenseits der deutschen Grenze günstiger zu tanken. Laut jüngsten Zahlen der Europäischen Kommission sind besonders attraktive Preise unter anderem in Polen, Tschechien, Österreich, Belgien, Frankreich oder Luxemburg zu finden.

Der Effekt, dass die Preise in Deutschland zu Beginn der Krise stärker stiegen als im Ausland, hat sich inzwischen allerdings wieder nivelliert. Dennoch bleibt das Preisgefälle für grenznahe Regionen interessant.

Politische Maßnahmen der Bundesregierung

Die Bundesregierung will mit einem Maßnahmenpaket auf die steigenden Spritpreise reagieren. Dieses umfasst unter anderem die Regelung, dass Preise künftig nur noch einmal am Tag erhöht werden dürfen, sowie zusätzliche Befugnisse für das Bundeskartellamt zur stärkeren Marktüberwachung.

Nachdem das Paket am Donnerstag vom Bundestag angenommen wurde, soll es am Freitag nun den Bundesrat passieren. Ob diese Maßnahmen nachhaltige Entlastung bringen, bleibt abzuwarten, während Verbraucher die aktuelle Preisentspannung mit Skepsis betrachten.

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