Tanktourismus boomt: Zoll behält Kontrollen trotz steigender Spritpreise unverändert bei
Tanktourismus boomt: Zoll ändert Kontrollen nicht

Tanktourismus boomt: Zoll behält Kontrollen trotz steigender Spritpreise unverändert bei

Angesichts deutlich gestiegener Spritpreise in Deutschland infolge des Kriegs im Nahen Osten zieht es derzeit viele deutsche Autofahrer aus Grenzregionen und darüber hinaus zum Tanken ins Ausland. Besonders in Nachbarländern wie Österreich und Polen sind Benzin und Diesel derzeit teils spürbar günstiger als an deutschen Tankstellen. Doch obwohl der sogenannte Tanktourismus zunimmt, reagiert der Zoll bislang nicht mit verstärkten Kontrollen.

Zoll beharrt auf bestehenden Kontrollstrukturen

Wie ein Sprecher der Generalzolldirektion auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, wurden „diesbezüglich keine personellen oder organisatorischen Änderungen vorgenommen“. Trotz der steigenden Zahl von Autofahrern, die zum Tanken ins Ausland fahren, bleibt es nach Angaben der Behörde bei den bisherigen Kontrollstrukturen. Die Behörde betont, dass sie keine aktuellen Daten zu Regelverstößen vorliegen hat, die auf einen Anstieg aufgrund der Preisunterschiede hindeuten könnten.

Das ist beim Tanktourismus erlaubt

Grundsätzlich dürfen Privatpersonen Kraftstoff für den Eigenbedarf aus einem anderen EU-Mitgliedstaat steuerfrei nach Deutschland mitführen, sofern sich der Kraftstoff im Haupttank des Fahrzeugs befindet. Zusätzlich ist das Mitführen von Kraftstoff in einem Reservebehälter bis zu einer Gesamtmenge von 20 Litern steuerfrei zulässig – vorausgesetzt, es handelt sich um den gleichen Kraftstoff wie im Haupttank.

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Risiken bei größeren Mengen

Wer darüber hinaus größere Mengen in Zusatzbehältern nach Deutschland bringt, muss dafür nach den geltenden Vorschriften Energiesteuer zahlen. Diese ist in der Regel direkt vor Ort zu entrichten. Wird durch das Mitführen größerer Kraftstoffmengen die Energiesteuer in erheblichem Umfang verkürzt, kann neben der Steuererhebung auch ein Steuerstrafverfahren eingeleitet werden. Der Zoll weist darauf hin, dass solche Verstöße ernsthafte Konsequenzen haben können, auch wenn aktuell keine spezifischen Daten zu Häufigkeiten vorliegen.

Insgesamt zeigt sich, dass der Tanktourismus zwar aufgrund der Preisunterschiede an Attraktivität gewinnt, die behördlichen Maßnahmen jedoch unverändert bleiben. Autofahrer sollten sich daher stets an die geltenden Regeln halten, um unangenehme Überraschungen an der Grenze zu vermeiden.

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