Tempolimit als Antwort auf Spritpreis-Krise: Grüne und Umweltverbände erhöhen Druck
Tempolimit als Antwort auf Spritpreis-Krise

Tempolimit als Lösung für die Spritpreis-Krise: Grüne und Umweltverbände erhöhen den Druck

Inmitten der anhaltenden Spritpreis-Krise fordern die Grünen und zahlreiche Umweltverbände mit Nachdruck die Einführung eines Tempolimits auf deutschen Straßen. Grünen-Chef Felix Banaszak (36) argumentiert, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung den Spritverbrauch sofort reduzieren und damit die explodierenden Preise an den Tankstellen effektiv dämpfen würde.

Berechnungen zeigen enormes Einsparpotenzial

Die Deutsche Umwelthilfe hat konkrete Zahlen vorgelegt: Durch ein Tempolimit könnten jährlich bis zu 4,7 Milliarden Liter Benzin und Diesel eingespart werden. Dieses Einsparpotenzial soll dazu beitragen, die Nachfrage zu verringern und die Preise zu senken. Banaszak betonte in einem Interview mit dem „Spiegel“: „Ein befristetes Tempolimit reduziert sofort den Spritverbrauch, dämpft so die Preise und hilft solidarisch und unkompliziert allen, die im Beruf auf das Auto angewiesen sind.“

Umweltverbände fordern grundlegende Wende

Neben den Grünen erhöhen auch mächtige Umweltverbände wie der Deutsche Naturschutzring (DNR), BUND, Greenpeace, Nabu, WWF, Deutsche Umwelthilfe, Campact und Germanwatch den Druck. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie nicht nur ein Tempolimit, sondern auch einen grundsätzlichen Abschied von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. „Die aktuellen geopolitischen Verwerfungen und explodierenden Energiepreise zeigen erneut, wie verwundbar ein fossil geprägtes System ist. Wer jetzt noch an Öl und Gas festhält, spielt mit der wirtschaftlichen und sozialen Stabilität dieses Landes“, heißt es in der Erklärung.

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Konkrete Forderungen und politischer Kontext

Die Deutsche Umwelthilfe schlägt ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen vor. Derzeit gibt es auf etwa 70 Prozent aller Autobahnen keine Geschwindigkeitsbegrenzung, während auf Landstraßen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h gilt. Grünen-Chef Banaszak hat dagegen keine exakte Zahl genannt, sondern spricht sich für ein temporäres Tempolimit aus, das so lange gelten soll, bis die Spritpreis-Krise überwunden ist.

Die Bundesregierung lehnt bisher Spritpreisgrenzen nach dem Vorbild von Luxemburg ab, und die sogenannte 12-Uhr-Preisregel hat sich als wirkungslos erwiesen. Trotz moderat steigender Ölpreise schießen die Benzin- und Dieselpreise weiter in die Höhe, was die Dringlichkeit der Forderungen unterstreicht.

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