TÜV-Prüfung 2025: Zwei Drittel der Hamburger Aufzüge weisen Mängel auf
TÜV-Prüfung: Zwei Drittel der Hamburger Aufzüge mit Mängeln

TÜV-Prüfung 2025: Zwei Drittel der Hamburger Aufzüge mit erheblichen Mängeln

Die jährliche TÜV-Prüfung der Aufzüge in Hamburg hat für das Jahr 2025 alarmierende Ergebnisse zutage gefördert. Knapp 67 Prozent der insgesamt 12.878 geprüften Anlagen wiesen verschiedene Mängel auf, wobei bei 9,5 Prozent sogar erhebliche Defekte festgestellt wurden. Diese Zahlen verdeutlichen ein signifikantes Sicherheitsproblem in der Hansestadt.

Gefährliche Defekte führen zu sofortiger Stilllegung

Besonders besorgniserregend sind die gefährlichen Mängel, die bei 0,6 Prozent der Aufzüge identifiziert wurden. Dazu zählen fehlende Fangeinrichtungen, defekte Geschwindigkeitsbegrenzer sowie kaputte Türen an Schacht und Kabine. Solche Schwachstellen stellen eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben dar und führen laut TÜV Nord zur sofortigen Stilllegung der betroffenen Anlagen.

Als erhebliche Mängel klassifizierten die Prüfer unter anderem abgenutzte Seile und Riemen sowie Defekte an elektrischen Sicherheitseinrichtungen wie beispielsweise eine kaputte Erdung. Diese Probleme erfordern dringende Reparaturmaßnahmen, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

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Geringfügige Mängel bei der Mehrheit der Aufzüge

Die mit Abstand größte Kategorie bilden die geringfügigen Mängel, die bei 57 Prozent aller geprüften Aufzüge in Hamburg festgestellt wurden. Hierzu gehören:

  • Defekte Beleuchtung in Kabine, Schacht oder Maschinenraum
  • Unleserliche oder fehlende Hinweise zur maximalen Tragfähigkeit
  • Unzureichende oder nicht funktionierende Notrufsysteme
  • Veraltete oder unvollständige Sicherheitshinweise

Obwohl diese Mängel als weniger kritisch eingestuft werden, beeinträchtigen sie dennoch die allgemeine Sicherheit und den Komfort der Aufzugsnutzer.

Bundesweiter Trend und Cybersicherheitsdefizite

Hamburg steht mit diesen Problemen nicht allein da. Bundesweit wiesen fast zwei Drittel aller vom TÜV geprüften Aufzüge im Jahr 2025 geringfügige Mängel auf. Dies entspricht einem Anstieg von über 4 Prozentpunkten gegenüber 2024 und von knapp 22 Prozentpunkten im Vergleich zu 2023.

Ein wesentlicher Grund für diesen besorgniserregenden Trend sind Defizite im Bereich der Cybersicherheit. Seit mehreren Jahren sind Aufzugsbetreiber verpflichtet, entsprechende Schutzmaßnahmen zu implementieren und zu dokumentieren. Fehlt dieser Nachweis, führt dies automatisch zu einem geringfügigen Mangel in der TÜV-Prüfung.

Bundesweit gab es bei mehr als jedem zehnten Aufzug erhebliche Mängel, während gefährliche Defekte bei 0,8 Prozent der Anlagen festgestellt wurden. Die Prüfer mussten insgesamt 3.000 Aufzüge sofort stilllegen, da sie als lebensgefährlich eingestuft wurden.

Prüfumfang und Verantwortlichkeiten

Im Jahr 2025 untersuchten die verschiedenen TÜV-Prüfgesellschaften bundesweit knapp 723.300 Aufzugsanlagen. Die Auswahl der Prüforganisation obliegt dabei jedem Betreiber individuell, was zu unterschiedlichen Prüfstandards und -intensitäten führen kann.

Die Quoten der Mängel in Hamburg blieben im Jahresvergleich nahezu unverändert, was auf ein strukturelles Problem hinweist. Interessanterweise lag dem TÜV Nord keine genaue Zahl vor, wie viele Aufzüge es insgesamt in Hamburg gibt, was die Transparenz und Vollständigkeit der Prüfungen infrage stellt.

Die aktuellen Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit für Aufzugsbetreiber, in regelmäßige Wartung und Modernisierung zu investieren, insbesondere im Bereich der Cybersicherheit. Nur so kann die Sicherheit der Millionen von Aufzugsnutzern in Hamburg und bundesweit langfristig gewährleistet werden.

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