Uckermark: 423 Fahrverbote nach Geschwindigkeitskontrollen - Bilanz zeigt mehr Temposünder
Uckermark: 423 Fahrverbote nach Blitzer-Kontrollen

Uckermark verhängt 423 Fahrverbote nach intensiven Geschwindigkeitskontrollen

Der Landkreis Uckermark hat im vergangenen Jahr eine deutliche Zunahme bei den Geschwindigkeitskontrollen verzeichnet. Die Bilanz für 2025 zeigt, dass insgesamt 423 Fahrverbote gegen zu schnelle Kraftfahrer verhängt wurden. Diese Maßnahmen sind Teil einer verstärkten Überwachung der Verkehrssicherheit, die jedoch auch auf wachsende Probleme hinweist.

Mehr Kontrollen, mehr Verstöße: Die Zahlen im Detail

Frank Bretsch (SPD), Erster Beigeordneter des Landkreises Uckermark, informierte über die Ergebnisse. „Wir haben 2025 durch Mitarbeiter der Bußgeldstelle insgesamt 1.111 Kontrollen zur Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit durchgeführt“, berichtete er. Im Vergleich zum Vorjahr mit 891 Kontrollen bedeutet dies eine Steigerung von etwa 25 Prozent.

Die Kontrollen führten zu folgenden Ergebnissen:

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  • Rund 45.700 Kraftfahrer wurden 2025 bei Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasst, etwa 4.500 mehr als 2024.
  • Insgesamt wurden 42.316 Verkehrsordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, gegenüber 38.765 im Vorjahr.
  • Die meisten Verstöße wurden mit einem Verwarngeld geahndet: 33.555 Fälle.
  • In 8.761 Fällen wurde ein Bußgeld verhängt, was 310 weniger als 2024 entspricht.
  • Die 423 Fahrverbote liegen leicht unter dem Vorjahreswert von 447.

Ein besonders gravierender Fall war ein Autofahrer, der in einem Tempo-50-Bereich mit 133 km/h nach Abzug der Toleranz geblitzt wurde. Dieser Verstoß unterstreicht die Notwendigkeit der Kontrollen.

Appelle an die Vernunft bleiben oft ungehört

Frank Bretsch zeigte sich besorgt über die anhaltenden Verstöße. „Diese Zahlen würden zeigen, dass alle Appelle an die Autofahrer nicht wirklich überall fruchten“, erklärte er. Besonders kritisch sieht er Geschwindigkeitsüberschreitungen vor Schulen, Kindergärten und Altersheimen.

„Deshalb noch mal ganz klar der Aufruf und auch der Hinweis: Es sollte jeder darüber nachdenken, wenn er vor einer Schule oder einer Kita unterwegs ist, dass es sein Kind oder Enkelkind sein könnte. Und so wichtig kann kein Termin sein, dass er ein Menschenleben rechtfertigt“, betonte Bretsch. Er appellierte zudem an umsichtiges Verhalten beim Vorbeifahren an haltenden Schülerbussen, wo Schrittgeschwindigkeit geboten sei.

Technische Ausstattung und Vandalismus

Der Landkreis setzt für seine Kontrollen einen sogenannten Enforcement-Trailer (im Volksmund „Blitzer-Anhänger“) und ein mobiles Blitzgerät ein. Allerdings gab es im vergangenen Jahr auch Vandalismus an beiden Geräten. Der Schaden an der mobilen Anlage belief sich auf knapp 20.000 Euro, während die Kosten für den gemieteten Trailer nicht genau beziffert wurden.

Wirtschaftliche Aspekte und Präventionsmaßnahmen

Die gestiegene Zahl der Temposünder hatte auch finanzielle Auswirkungen. 2025 wurden Buß- und Verwarnungsgelder in Höhe von circa 2,1 Millionen Euro festgesetzt, im Vergleich zu 1.976.847 Euro im Jahr 2024. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 200.000 Euro.

Landrätin Karina Dörk (CDU) und Kämmerin Anke Dürre betonten, dass die Einnahmen nicht zweckgebunden für Projekte wie Straßenbau verwendet werden können. Stattdessen fließen sie in Präventionsmaßnahmen und decken die Kosten der Bußgeldstelle sowie des Blitzeranhängers.

„Tatsächlich ist es so, dass wir uns nicht hinstellen und sagen können: Fahren Sie mal drei km/h schneller. Heute geht es um eine Spende für ... So funktioniert das nicht. Wir wollen ja, dass die Verkehrsteilnehmer sich angemessen verhalten, und wir wollen vor allem Sicherheit haben“, so Frank Bretsch abschließend. Die Bilanz unterstreicht somit den Spagat zwischen Einnahmen und dem eigentlichen Ziel: mehr Sicherheit auf den Straßen der Uckermark.

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