Uckermark verzeichnet alarmierenden Anstieg bei Tempoverstößen
Der Landkreis Uckermark hat im vergangenen Jahr eine besorgniserregende Entwicklung im Straßenverkehr dokumentiert. Rund 45.700 Kraftfahrer wurden bei Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasst, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Diese Zahlen offenbaren laut dem zuständigen Dezernenten Frank Bretsch (SPD) eine beunruhigende Tendenz trotz vermehrter Kontrollmaßnahmen.
Kontrollen intensiviert, Verstöße nehmen zu
Die Bußgeldstelle des Landkreises führte 2025 insgesamt 1.111 Geschwindigkeitskontrollen durch, gegenüber 891 im Jahr 2024. Parallel dazu stieg die Zahl der eingeleiteten Verkehrsordnungswidrigkeitsverfahren auf 42.316 an, nachdem es 2024 noch 38.765 gewesen waren. Die meisten Verstöße, nämlich 33.555, wurden mit einem Verwarngeld geahndet, während 8.761 Fahrer ein Bußgeld zahlen mussten.
Besonders gravierend: In 423 Fällen ordnete die Behörde ein Fahrverbot an. Ein besonders extremes Beispiel war ein Autofahrer, der in einem Tempo-50-Bereich mit 133 km/h nach Abzug der Toleranz geblitzt wurde. Frank Bretsch zeigt sich enttäuscht über die mangelnde Wirkung von Appellen: „Diese Zahlen zeigen, dass alle Appelle an die Autofahrer nicht wirklich überall fruchten.“
Besondere Gefahrenbereiche im Fokus
Der Dezernent äußert besonderes Unverständnis für Verstöße vor Schulen, Kindergärten und Altersheimen. „Es sollte jeder darüber nachdenken, wenn er vor einer Schule oder einer Kita unterwegs ist, dass es sein Kind oder Enkelkind sein könnte. Und so wichtig kann kein Termin sein, dass er ein Menschenleben rechtfertigt“, betont Bretsch nachdrücklich.
Zudem appelliert er an die Verkehrsteilnehmer, beim Vorbeifahren an haltenden Schülerbussen besonders umsichtig zu sein und Schrittgeschwindigkeit einzuhalten. Die Gefahr, dass plötzlich ein Kind vor dem Bus auftauchen könnte, sei real und erfordere höchste Aufmerksamkeit.
Technische Ausstattung und Vandalismus
Der Landkreis setzt für seine Geschwindigkeitskontrollen einen sogenannten Enforcement-Trailer – im Volksmund „Blitzer-Anhänger“ genannt – sowie ein mobiles Blitzgerät ein. Beide Geräte wurden im vergangenen Jahr Ziel von Anschlägen. Während die Schadenshöhe beim gemieteten Trailer nicht bekannt ist, belief sich der Schaden an der mobilen Anlage auf knapp 20.000 Euro.
Finanzielle Auswirkungen und Präventionsarbeit
Die gestiegene Zahl der Temposünder hatte auch finanzielle Konsequenzen: 2025 wurden Buß- und Verwarnungsgelder in Höhe von etwa 2,1 Millionen Euro festgesetzt, gegenüber 1,98 Millionen Euro im Vorjahr. Landrätin Karina Dörk (CDU) betont jedoch, dass diese Mittel nicht zweckgebunden für Straßenbau verwendet werden können.
Stattdessen fließen sie in Präventionsmaßnahmen und decken die Kosten der Bußgeldstelle sowie des Blitzeranhängers. Kämmerin Anke Dürre erklärt: „Die Gebühren decken natürlich auch die Kosten der Bußgeldstelle und des Blitzeranhängers.“ Frank Bretsch stellt klar: „Wir wollen ja, dass die Verkehrsteilnehmer sich angemessen verhalten, und wir wollen vor allem Sicherheit haben.“
Die Bilanz des Landkreises Uckermark zeigt somit ein ambivalentes Bild: Während die Kontrollintensität zunimmt, steigen auch die Verstöße. Die Verantwortlichen hoffen, dass vermehrte Aufklärung und Prävention langfristig zu mehr Sicherheit auf den Straßen führen werden.



