Verdi-Warnstreik legt Nahverkehr bundesweit lahm – Rückkehr am Sonntagmorgen
Verdi-Streik legt Nahverkehr lahm – Rückkehr am Sonntag

Zweiter bundesweiter Warnstreik legt Nahverkehr lahm

In weiten Teilen Deutschlands mussten die Bürger auch am Samstag im öffentlichen Nahverkehr auf Busse und Bahnen verzichten. Die Gewerkschaft Verdi setzte ihren zweitägigen Warnstreik fort, der am Freitagmorgen begann und den Nahverkehr in den meisten Bundesländern fast vollständig zum Erliegen brachte. Die koordinierte Aktion wird überwiegend bis in die Nacht auf Sonntag andauern.

Betriebsstillstand in zahlreichen Städten

In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich nach Schätzungen von Verdi mehr als 7.000 Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen. Insgesamt wurden 30 kommunale Verkehrsunternehmen bestreikt, darunter in Bonn, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Bochum, Münster und Bielefeld. In der Bundeshauptstadt Berlin standen Trams, U-Bahnen sowie die meisten Busse den zweiten Tag in Folge still, während der S- und Regionalbahn-Verkehr normal lief.

In Hamburg war der öffentliche Nahverkehr stark eingeschränkt: Die U-Bahn fuhr nicht, und nur ein Teil der Buslinien verkehrte regelmäßig. Die anderen Linien fuhren entweder unregelmäßig oder im Notbetrieb. Nicht am Warnstreik beteiligt waren die Bundesländer Niedersachsen und Baden-Württemberg.

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Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen

In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi vor allem deutlich besseren Arbeitsbedingungen. Dazu gehören kürzere Wochenarbeitszeiten und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.

Kritik von beiden Seiten

Die Arbeitgeber kritisieren die Streikstrategie der Gewerkschaft. Die Berliner Verkehrsbetriebe, das größte Nahverkehrsunternehmen in Deutschland, teilten mit: „Verdi folgt mit diesem Streik einer bundesweiten Dramaturgie, ohne die Berliner Realität anzuerkennen.“

Verdi wiederum bemängelt, dass die Gespräche zu langsam vorangehen. Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle erklärte zum Warnstreik-Aufruf: „Offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen.“

Zweite großangelegte Warnstreik-Aktion

Dies ist bereits die zweite großangelegte Warnstreik-Aktion im laufenden Tarifkonflikt. Bereits am 2. Februar hatte Verdi auf diesem Weg den Nahverkehr bundesweit fast vollständig lahmgelegt. Die Gewerkschaft betont, dass ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr nur mit besseren Arbeitsbedingungen möglich sei.

Für die meisten Städte und Landkreise ist geplant, dass Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen am Sonntagmorgen wieder ihren regulären Betrieb aufnehmen. Die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern bleiben jedoch weiterhin schwierig, da beide Seiten in zentralen Punkten weit auseinander liegen.

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