Verdi-Warnstreiks: MVG München bereits am Dienstag betroffen - bundesweite Aktionen am Donnerstag
Verdi-Warnstreiks: MVG München am Dienstag und Donnerstag betroffen

Doppelte Streikbelastung für Münchner Nahverkehr

Die Gewerkschaft Verdi setzt ihren Arbeitskampf im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit Nachdruck fort und hat für diese Woche gleich zwei Warnstreikaktionen angekündigt. Während am Donnerstag, dem 23. März 2026, in mindestens sechs Bundesländern der Nahverkehr weitgehend zum Erliegen kommen soll, trifft es die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bereits am Dienstag, dem 17. März.

Früher Streikbeginn in München

Die MVG informierte am Montag, dass Verdi Mitarbeiter der Leitstelle und des Fahrgastservice bereits für Dienstag zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen hat. Das Fahrpersonal der U-Bahn, Busse und Tram bleibt von dieser ersten Aktion zunächst verschont, doch die MVG warnt vor möglichen Einschränkungen im Tagesverlauf. "Es ist davon auszugehen, dass Bus und Tram den ganzen Tag über wie gewohnt fahren. Auch die U-Bahn wird voraussichtlich den Betrieb am frühen Morgen aufnehmen, Einschränkungen im Laufe des Tages sind aber möglich", heißt es in der offiziellen Mitteilung.

Bundesweiter Streiktag am Donnerstag

Am Donnerstag folgt dann der nächste großflächige Warnstreik, der neben Bayern und München auch das Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg betreffen wird. Claudia Weber, Geschäftsführerin bei Verdi München, bestätigte gegenüber der AZ: "Auch in München wird am Donnerstag gestreikt." In der bayerischen Landeshauptstadt bedeutet dies voraussichtlich erneut massive Einschränkungen bei U-Bahn, Tram und Buslinien der MVG.

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Verhandlungsstau und regionale Unterschiede

Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern stecken seit Monaten fest. Nachdem bereits am 27. und 28. Februar sowie am 11. und 2. Februar 2026 ganztägige Warnstreiks im kommunalen ÖPNV stattfanden, bleibt die Situation angespannt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. März angesetzt, doch nach der dritten Runde am 9. März gab es erneut keine Einigung auf einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten in Bayern.

Christine Behle, Vize-Vorsitzende von Verdi, kritisiert die Verhandlungsposition der Arbeitgeber scharf: "In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang. Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her."

Regionale Streiklandschaft

Die Streikaktionen zeigen deutliche regionale Unterschiede:

  • Nordrhein-Westfalen: Hier kommt es bereits am Dienstag zusätzlich zu Donnerstag in den meisten Regionen zu Warnstreiks im ÖPNV
  • Sachsen: Der Nahverkehr wird bereits am Montag bestreikt
  • Hessen und Bremen: Die Entscheidung über Streikaufrufe steht noch aus
  • Niedersachsen: Bisher von Arbeitskämpfen verschont, da bis Ende März eine Friedenspflicht gilt

Tarifliche Kernforderungen

In den Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden und Verkehrsunternehmen geht es in den meisten Bundesländern primär um bessere Arbeitsbedingungen im Rahmen der sogenannten Manteltarifverträge. Diese regeln essenzielle Aspekte wie:

  1. Arbeitszeitregelungen
  2. Pausenlänge
  3. Freie Zeit zwischen den Schichten

In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn werden zusätzlich konkrete Lohnerhöhungen und Gehaltsanpassungen verhandelt. Die Gewerkschaft pocht auf zeitnahe Lösungen, während die Arbeitgeberverbände auf die schwierige wirtschaftliche Lage verweisen.

Im Vergleich zu vorherigen Ausständen, bei denen der kommunale Nahverkehr teils über mehrere Tage hinweg nahezu bundesweit zum Erliegen kam, konzentrieren sich die aktuellen Warnstreiks auf weniger Bundesländer. Dennoch rechnen Verkehrsexperten mit erheblichen Beeinträchtigungen für Pendler und den städtischen Verkehrsfluss in den betroffenen Regionen.

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