Neue Wallbox-Förderung für Mieter: 500 Millionen Euro für Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern
Wallbox-Förderung für Mieter: 500 Mio. Euro für Ladeinfrastruktur

Neue Wallbox-Förderung für Mieter: 500 Millionen Euro für Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern

Die Bundesregierung hat eine neue Förderung für Wallboxen beschlossen, die speziell auf Mieter in Mehrfamilienhäusern abzielt. Im Rahmen des aktuellen Klimapakets werden insgesamt 500 Millionen Euro bereitgestellt, um den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur für Elektroautos voranzutreiben. Diese Maßnahme markiert einen deutlichen Unterschied zu früheren Förderprogrammen, die sich primär auf Eigenheimbesitzer konzentrierten.

Hoher Bedarf an Lademöglichkeiten in Mehrfamilienhäusern

Laut dem aktuellen DAT Report 2026 gaben 72 Prozent der befragten Autofahrer an, dass sie sich kein Elektroauto zulegen würden, solange sie keine private Lademöglichkeit besitzen. Eine Umfrage im Auftrag des Fraunhofer-Instituts ISI unterstreicht diese Problematik: 50 Prozent der Elektroautonutzer in Mehrfamilienhäusern fühlen sich von Lademöglichkeiten abgeschnitten und bemängeln das Fehlen von Ladepunkten in erreichbarer Nähe.

Der Verband der Immobilienverwalter (VDIV) schätzt, dass rund 70 Prozent der Wohnungen in Deutschland Teil von Mehrfamilienhäusern sind. Viele Wohnungsunternehmen haben bisher aufgrund hoher Investitionskosten gezögert, Ladeinfrastruktur zu installieren. Dabei stehen allein in Mehrfamilienhäusern bundesweit etwa 9 Millionen Stellplätze zur Verfügung, die ein enormes Potenzial für den Ausbau bieten.

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Förderbedingungen und Antragstellung

Antragsberechtigt sind ausschließlich Hauseigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG), Wohnbaugesellschaften und Immobilienfirmen. Einzelne Mieter oder Wohnungseigentümer können keinen Förderantrag stellen. Die Förderung richtet sich an Modernisierungsvorhaben mit mindestens sechs Elektroauto-Stellplätzen, wobei 20 Prozent der Stellplätze bereits vorverkabelt sein müssen.

Die Fördersummen pro Stellplatz mit Ladestation gestalten sich wie folgt:

  • Maximal 1300 Euro ohne installierte Wallbox
  • Maximal 1500 Euro mit Wallbox
  • Maximal 2000 Euro mit einem Ladepunkt, der bidirektionales Laden unterstützt

Gefördert wird die Anschaffung einer privaten Wallbox mit bis zu 22 kW Ladeleistung. Die Mittel können auch genutzt werden, um die elektrische Anlage von Mehrparteienhäusern zu verbessern, da ältere Gebäude oft nicht für hohe Leistungen ausgelegt sind.

Digitale Antragstellung und Unterstützung

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich digital über eine Förderplattform, die von der Consultingfirma Pricewaterhouse Coopers betrieben wird. Ab dem 15. April 2026 können Anträge hochgeladen und sofort bearbeitet werden. Am 14. April 2026, einen Tag vor der Freischaltung, findet ein kostenloses Online-Seminar für Interessierte statt, bei dem man sich anmelden kann.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) betont, dass die Maßnahme die Investitionsbereitschaft der Eigentümer steigern und den Aufbau von Lademöglichkeiten beschleunigen soll. Aus Sicht des Mieterbundes ist diese Regelung ein wichtiger Schritt zur Förderung der Ladeinfrastruktur im Mietbereich.

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