Im Tarifkonflikt der öffentlichen Verkehrsbetriebe ist weiterhin keine Lösung in Sicht. Die Gewerkschaft Verdi macht Druck und ruft zu Warnstreiks in Hannover und Göttingen auf. Zunächst sollen die Busse der Göttinger Verkehrsbetriebe am Dienstag und Mittwoch stillstehen. Anschließend sind am Mittwoch und Donnerstag die Beschäftigten der Üstra und von Regiobus in und um Hannover zum Warnstreik aufgerufen. Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr.
„Auch nach dem vierten Verhandlungstermin nehmen wir keine ausreichende Kompromissbereitschaft auf Seiten der Arbeitgeber wahr“, teilte Verdi mit. Zudem lehne die Arbeitgeberseite weiterhin eine Senkung der Arbeitsbelastung ab – laut Verdi „eine wichtige Forderung der Beschäftigten“. In Göttingen und Hannover sind auch Demonstrationen und Streikversammlungen geplant.
Bereits zweite Warnstreik-Runde
Die Gewerkschaft hatte zuvor bereits Busfahrerinnen und Busfahrer in Osnabrück für Freitag und Samstag zum Warnstreik aufgerufen. Im April gab es bereits erste Warnstreiks, damals zeitgleich in mehreren Städten. In Hannover fand der Warnstreik direkt zur Hannover Messe statt, was Kritik aus Politik und Wirtschaft hervorrief.
Arbeitgeber warnen vor Angebotskürzungen
Die Arbeitgeber halten die Forderungen für finanziell nicht darstellbar. Eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei gleichzeitigem Lohnausgleich würde „im Ergebnis die Reduzierung des ÖPNV-Angebotes nach sich ziehen“, warnte Michael Bosse-Arbogast, Hauptgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes. Die Tarifverhandlungen für die zehn kommunalen Verkehrsunternehmen im Land laufen seit Mitte Februar. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 1. Juni angesetzt.



