Warnstreik im Thüringer Nahverkehr: Verdi setzt Forderungen mit Arbeitsniederlegungen durch
Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Thüringens zu einem mehrtägigen Warnstreik aufgerufen, der seit den frühen Morgenstunden des 9. März 2026 im Gange ist. Dieser Tarifkonflikt zieht sich bereits seit Wochen hin und wird nun durch erneute Arbeitsniederlegungen verschärft. Die Folge: Busse und Bahnen im gesamten Freistaat bleiben bis einschließlich Mittwoch weitgehend stehen, was zu erheblichen Einschränkungen für die Fahrgäste führt.
Betroffene Regionen und Verkehrsbetriebe
Der Streikaufruf erstreckt sich auf zahlreiche Verkehrsbetriebe in Thüringen. Konkret sind die Städte Erfurt, Gera, Weimar und Jena betroffen, ebenso wie die Landkreise Saale-Holzland, Nordhausen, Unstrut-Hainich-Kreis, Kyffhäuser, Gotha und Weimarer Land. Laut Gewerkschaftssekretärin Katja Barthold stehen die Fahrzeuge fast überall still, was den Nahverkehr in diesen Gebieten nahezu komplett lahmlegt.
Forderungen der Gewerkschaft Verdi
Im Zentrum des Tarifkonflikts stehen die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Verdi fordert unter anderem:
- Eine kürzere Wochenarbeitszeit, um die Belastung der Mitarbeiter zu reduzieren.
- Längere Ruhezeiten zwischen den Schichten, um die Erholung zu verbessern.
- Höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit, um die unattraktiven Arbeitszeiten finanziell besser zu kompensieren.
Diese Forderungen werden seit Wochen in Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern diskutiert, doch bisher ohne Einigung, was zu den wiederholten Warnstreiks führt.
Auswirkungen auf den Fahrbetrieb und Notfallmaßnahmen
Für die Fahrgäste bedeutet der Streik erhebliche Umstellungen. Sie werden dringend aufgefordert, sich über Notfahrpläne und alternative Transportmöglichkeiten zu informieren. Allerdings gibt es Ausnahmen: In Weimar, Jena und Gera fahren laut Barthold einzelne Busse und Bahnen im Notfallbetrieb weiter. Dies stößt bei der Gewerkschaft auf Unverständnis, da es den Streikdruck mildert. Bereits bei einem vorherigen Warnstreik Ende Februar waren nicht alle Mitarbeiter dem Aufruf gefolgt, insbesondere im Weimarer Land, was zu ähnlichen Einschränkungen führte.
Die aktuelle Streikrunde unterstreicht die anhaltenden Spannungen im Tarifkonflikt und die Entschlossenheit der Gewerkschaft, ihre Forderungen durchzusetzen. Die Menschen in Thüringen müssen sich bis Mitte der Woche auf weiterhin eingeschränkte Mobilität einstellen, während die Verhandlungen hinter den Kulissen weitergehen.



