Zweiter Warnstreik-Tag legt Berliner Nahverkehr lahm
Der Berliner Nahverkehr steht auch am zweiten Tag eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi weitgehend still. Trams, U-Bahnen sowie die meisten Busse in der Hauptstadt bleiben weiterhin außer Betrieb, wie ein Verdi-Sprecher bestätigte. Der Ausstand, der im Rahmen der Tarifverhandlungen mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ausgerufen wurde, begann am Freitagmorgen und soll insgesamt 48 Stunden andauern. Erst am Sonntagmorgen wird der Betrieb in Berlin voraussichtlich wieder anlaufen.
Eingeschränkter Betrieb bei S- und Regionalbahnen
Der S- und Regionalbahnverkehr ist von dem Warnstreik nicht direkt betroffen. Die Berliner S-Bahn bietet auf einzelnen Linien zusätzliche Fahrten an, um die Ausfälle teilweise zu kompensieren. Allerdings ist die Stadtbahn ab 16 Uhr aufgrund länger geplanter Bauarbeiten nur eingleisig befahrbar, wie die Berliner S-Bahn mitteilte. Dadurch kann die S-Bahn zwischen Friedrichstraße und Zoologischer Garten mit der Linie S7 nur einen 20-Minuten-Takt anbieten.
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat angekündigt, zwischen den betroffenen Bahnhöfen von 16 Uhr bis etwa 22 Uhr zusätzliche Regionalzüge bereitzustellen, um die Einschränkungen zu mildern.
Brandenburg teilweise wieder in Betrieb
Während in Berlin der Warnstreik anhält, rollt der Nahverkehr in Teilen Brandenburgs wieder. Laut einer Verdi-Sprecherin werden heute einige Betriebe in Brandenburg weiter bestreikt, jedoch ist dies nicht überall der Fall. So fuhr etwa in Potsdam und Frankfurt (Oder) der öffentliche Nahverkehr wieder.
In Berlin werden zudem einige Buslinien, die im Auftrag der BVG von anderen Unternehmen gefahren werden, nicht vom Arbeitskampf betroffen. Dazu gehören die Linie 106, die Wedding, Moabit und Schöneberg miteinander verbindet, sowie die Linie 204 zwischen Südkreuz und Zoologischer Garten.
Bundesweite Tarifverhandlungen im Gange
Die Warnstreiks sind Teil bundesweiter Tarifverhandlungen. Verdi verhandelt parallel in allen 16 Bundesländern mit den Nahverkehrsunternehmen über neue Tarifverträge. Auch in den meisten anderen Bundesländern laufen derzeit mehrtägige Warnstreiks, die den öffentlichen Verkehr beeinträchtigen.
Die Situation bleibt angespannt, da die Gewerkschaften auf bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne drängen. Die Auswirkungen auf Pendler und den städtischen Verkehr sind erheblich, insbesondere in Metropolen wie Berlin, wo der Nahverkehr eine zentrale Rolle spielt.



