Warnstreiks legen Deutschland lahm: ÖPNV, Kitas und Lufthansa betroffen
Warnstreiks: Deutschland erlebt Stillstand im ÖPNV und mehr

Deutschland im Stillstand: Warnstreiks treffen Pendler und Reisende

Deutschland erlebt am Mittwoch und Donnerstag massive Beeinträchtigungen durch angekündigte Warnstreiks im öffentlichen Dienst und bei der Lufthansa. Der öffentliche Nahverkehr kommt in vielen Regionen zum Erliegen, während auch Kitas, Schulen und Flughäfen betroffen sind. Ein geregelter Betrieb wird voraussichtlich erst am Donnerstag wieder möglich sein, wie beispielsweise die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mitteilte.

Bayern: U-Bahnen stehen still, nur Fußballfans profitieren

In München fahren die U-Bahnen nicht mehr, da im Fahrdienst und in der Leitstelle Personal fehlt. Eine Ausnahme gibt es lediglich für das DFB-Pokalspiel in der Allianz-Arena: Zwischen Marienplatz und Fröttmaning rollt die U-Bahn am Abend. Auch der Bustransfer von der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke wird für Fußballfans verstärkt. In Nürnberg herrscht Ausnahmezustand mit nur 30 Bussen in der Stadt, während U-Bahnen und Trambahnen in den Depots bleiben. In Passau steht alles still, und in Bayreuth begann der Warnstreik bereits am Dienstag. S-Bahnen und Regionalbahnen fahren weiter, doch in München kommt es ab 22.20 Uhr zu Einschränkungen wegen Bauarbeiten.

Private Dienstleister springen teilweise ein, aber auf Buslinien bis zur Nummer 199 gibt es große Abstände. Bei der Tram konnten die Linien 20 und 25 bis etwa 10 Uhr betrieben werden. Der Tarifkonflikt dreht sich um Forderungen von Verdi nach einer Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit, während die bayerischen Städte ihr Angebot mit mindestens 5 Prozent mehr Lohn verteidigen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Freitag angesetzt.

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Hamburg: Busse fallen aus, Notbetrieb wird aufrechterhalten

In Hamburg und Schleswig-Holstein müssen sich Fahrgäste der VHH-Busse auf massive Einschränkungen einstellen. Betroffen sind der Hamburger Westen sowie die Kreise Pinneberg und Segeberg. Auf 50 Linien drohen Ausfälle, darunter die Expressbusse X3, X21 und X95. Die VHH versucht, über nicht bestreikte Standorte einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten. In östlichen Stadtteilen und den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg rollen die Busse weiter.

Hintergrund ist ein Streit um einen hausinternen Manteltarifvertrag, bei dem Verdi eine 35-Stunden-Woche und Urlaubsgeld in Höhe eines halben Monatslohns fordert. Nach gescheiterten Verhandlungen am 4. Februar droht die Gewerkschaft mit weiteren Arbeitsniederlegungen. Die nächste Runde ist für den 26. Februar geplant.

Berlin: Kitas und Bürgerämter geschlossen, Demo in Potsdam

In Berlin führen Warnstreiks im öffentlichen Dienst zu geschlossenen Kitas, lahmgelegten Bürgerämtern und möglichem Unterrichtsausfall an staatlichen Schulen. Eltern sollten Vertretungspläne prüfen, bevor sie sich auf den Weg machen. Auch Beschäftigte der Feuerwehr, Polizei und Senatsverwaltungen schließen sich den Streiks an und planen eine Demo in Potsdam.

Nordrhein-Westfalen: Tunnel gesperrt, Unikliniken betroffen

In NRW rufen mehrere Gewerkschaften zu Warnstreiks auf, die Schulen, Unikliniken und Teile der Landesverwaltung treffen. Fünf Tunnel werden zeitweise gesperrt, da Mitarbeiter im Kontrollraum des Landesbetriebs Straßen.NRW streiken. Die Unikliniken in Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen und Münster sind ebenfalls betroffen, nachdem es bereits am Montag zu ersten Aktionen kam.

Lufthansa-Streik am Donnerstag: Flugausfälle drohen

Am Donnerstag legen Piloten und Kabinenpersonal der Lufthansa die Arbeit nieder, was zu Flugausfällen an deutschen Flughäfen führen könnte. Die Pilotengewerkschaft VC ruft zu einem ganztägigen Streik auf, der Flüge der Kernmarke Lufthansa und Lufthansa Cargo betrifft. Hintergrund ist ein Streit um höhere Betriebsrenten, den das Management als zu teuer ablehnt. Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (UFO) schickt ebenfalls Kabinenpersonal in den Ausstand, da es in Manteltarifverhandlungen keine Bewegung bei Arbeitsbedingungen gibt.

Insgesamt zeigen die Warnstreiks die anhaltenden Spannungen in Tarifverhandlungen und treffen Pendler, Reisende und Familien hart. Die Situation bleibt angespannt, während Gewerkschaften und Arbeitgeber auf weitere Verhandlungen warten.

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