Winter hinterlässt massive Spuren – Städte in MV kämpfen mit Frostschäden an Straßen
Der anhaltende Frost und die wiederholten Frost-Tau-Wechsel haben den Straßen in Mecklenburg-Vorpommern in dieser Saison teils erheblich zugesetzt. Die größten Städte des Bundeslandes sind unterschiedlich stark von den winterlichen Schäden betroffen und haben bereits tonnenweise Flickmasse eingesetzt, um die Defekte zu beheben.
Unterschiedliche Betroffenheit in den Städten
In Stralsund ist das Aufkommen an Straßenschäden nach Angaben der Stadtverwaltung überdurchschnittlich hoch. Auch Rostock, die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns, verzeichnet deutlich mehr Schäden als im Vorjahr. Das Tiefbauamt der Hansestadt hat bis Anfang März bereits 15.000 Euro mehr für Reparaturmaterial ausgegeben. In Greifswald und Schwerin sprechen die Verantwortlichen ebenfalls von größeren Straßenschäden als in den Vorjahren.
Anders sieht die Situation in Wismar aus. Dort sind die Schäden laut Stadtangaben überschaubar und nicht ausgeprägter als in früheren Wintern. Auch Neubrandenburg kann kein außergewöhnliches Schadensbild vermelden. Das für Bundes- und Landesstraßen zuständige Landesstraßenbauamt bestätigt diese Einschätzung.
Massiver Einsatz von Kaltasphalt
Die Städte priorisieren bei der Behebung der Schäden nach der Bedeutung der Straßen und der Verkehrssicherheit. Vielerorts kommt dabei Kaltasphalt zum Einsatz, der auch bei niedrigeren Temperaturen verarbeitet werden kann. Allerdings ist dieser weniger haltbar als der konventionelle Heißasphalt.
Der Schweriner Winterdienst hat in dieser Saison bis Anfang März über 30 Tonnen Kaltasphalt verarbeitet. In Greifswald waren es bereits 22 Tonnen. Diese Mengen verdeutlichen das Ausmaß der winterlichen Belastungen für die Straßeninfrastruktur.
Besondere Gefahr für ältere Straßen
Besonders anfällig für Frostschäden sind ältere Straßen, deren Substanz durch die wiederholten Temperaturwechsel stärker leidet. Die Autobahn GmbH rechnet mit vielen Schäden, beispielsweise auf der A19 zwischen Röbel und der Landesgrenze zu Brandenburg in Fahrtrichtung Rostock.
Ronald Normann, Direktor der für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zuständigen Niederlassung Nordost, hatte bereits im Februar vor umfangreichen Frostschäden gewarnt. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis alle winterlichen Spuren beseitigt sind.



