Winterreifen im Sommer: Bis zu 10.000 Euro Risiko bei Unfällen
Winterreifen im Sommer: Teures Risiko bis 10.000 Euro

Winterreifen im Sommer: Ein teures Sicherheitsrisiko

In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht, doch viele Autofahrer unterschätzen die Gefahren, die mit der falschen Bereifung in der warmen Jahreszeit verbunden sind. Zwar gibt es kein Gesetz, das den Wechsel zu Sommerreifen im Frühjahr vorschreibt, doch wer weiterhin mit Winterreifen unterwegs ist, geht ein erhebliches finanzielles Risiko ein.

Versicherungen können bei Unfällen zahlen – oder auch nicht

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt in der Regel Schäden, die mit Winterreifen im Sommer verursacht wurden. Anders sieht es bei der Kaskoversicherung aus: Wird das Verhalten des Fahrers als grob fahrlässig eingestuft, kann die Versicherung die Kostenübernahme verweigern oder kürzen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn nachgewiesen wird, dass die Reifen aufgrund sommerlicher Temperaturen an Stabilität verloren haben.

ADAC-Test zeigt alarmierende Ergebnisse

Der ADAC hat in einem umfangreichen Test drei verschiedene Winterreifen-Modelle unter sommerlichen Bedingungen geprüft und mit Sommerreifen verglichen. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Auf trockener Straße verlängerte sich der Bremsweg aus Tempo 100 km/h mit Winterreifen deutlich. Ein Fahrzeug mit Sommerreifen kam vor einem Hindernis bereits zum Stehen, während das Auto mit Winterreifen noch mit etwa 37 km/h unterwegs war.

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Grobe Fahrlässigkeit kann teuer werden

Verursacht ein Autofahrer beispielsweise einen Auffahrunfall, kann die Versicherung argumentieren, dass dieser nur mit Winterreifen im Sommer geschehen konnte, da sich der Bremsweg verlängert. In solchen Fällen kann ein Schaden schnell mehr als 10.000 Euro kosten. Die weiche Gummierung von Winterreifen ist für hohe Temperaturen nicht ausgelegt, was zu schnellerem Verschleiß, erhöhtem Spritverbrauch und reduzierter Höchstgeschwindigkeit führt.

Praktische Tipps für Autofahrer

Der ADAC empfiehlt, rechtzeitig auf Sommerreifen zu wechseln. Wer dennoch abgenutzte Winterreifen weiterfahren möchte, sollte folgende Punkte beachten:

  • Hohe Temperaturen meiden: Winterreifen in der Übergangszeit (Mai/Juni) zu verwenden, ist weniger kritisch. Im Hochsommer sind sie jedoch ein Sicherheitsrisiko.
  • Profiltiefe beachten: Winterreifen mit nahezu voller Profiltiefe (über vier bis fünf Millimeter) sollten im Sommer nicht verwendet werden. Weniger als drei Millimeter Profiltiefe erhöht das Aquaplaning-Risiko.
  • Geschwindigkeit reduzieren: Hohe Geschwindigkeiten können dazu führen, dass der Reifen überhitzt und seine Leistung beeinträchtigt wird.
  • Beladung berücksichtigen: Bei voll beladenem Fahrzeug, etwa auf Urlaubsreisen, ist die Verwendung von Winterreifen im Sommer besonders kritisch.

Die Faustformel „O bis O“ – von Oktober bis Ostern – bleibt eine sinnvolle Orientierungshilfe. Autofahrer sollten jedoch bedenken, dass Sicherheit und finanzielle Absicherung im Straßenverkehr oft Hand in Hand gehen.

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