Entgleiste Lok bohrt sich in die Erde: Schäden nach Zugunglück sind größer als vermutet
Bei Karow in der Nähe von Plau am See ist am Mittwochabend ein mit Holz beladener Schwerlastzug aus den Gleisen gesprungen. Die Schäden sind weitaus größer als zunächst angenommen, wie ODEG-Sprecherin Dietmute Graf erläuterte. Die Lokomotive hat sich tief in das Erdreich neben dem Gleisbett gebohrt. Zudem wurden Gleise verbogen und ein Signal beschädigt. Die Reparaturarbeiten werden nach Angaben von Graf mindestens bis in die kommende Woche andauern.
Streckensperrungen erschweren Erreichen der Unfallstelle
Die Reparaturarbeiten werden durch die Sperrung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg sowie der Nebelbrücke bei Hoppenrade erschwert. Wolfgang Schmidt von der Regio Infra Nord-Ost, die für die Schienenwege in der Region zuständig ist, erklärte: „Wir versuchen zur Zeit in Abstimmung mit der DB InfraGo, also der Deutschen Bahn, eine Möglichkeit zu finden, durch den noch gesperrten Bahnhof Neustadt/Dosse zu fahren und die Unfallstelle zu erreichen.“ Die notwendige Technik kann nur auf Umwegen zur Unfallstelle transportiert werden.
Der betroffene Güterzug war aus bisher unbekannter Ursache entgleist. Die Ermittlungen zur Unglücksursache dauern an. Die Strecke zwischen Karow und Plau am See bleibt vorerst gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Clemens Russell, Vorsitzender der Initiative zur Wiederbelebung der Südbahn, kritisierte: „Dass dieses Unglück genau zum Auftakt des Saisonverkehrs der Südbahn passiert ist, zeigt einmal mehr, dass die Bahnstrecken an Müritz und Plauer See dringend ausgebaut werden sollten.“
Südbahnprojekt nur mittelbar betroffen
Russell wollte gemeinsam mit anderen Aktiven am ersten Tag des Saisonverkehrs mit dem Zug zu einer Aktion in Plau am See fahren. „Wir mussten dann in den Ersatzbus umsteigen“, berichtete er. Dieser Schienenersatzverkehr wird während der gesamten Sperrung beibehalten. Dietmute Graf betonte: „Wegen der langen Wochenenden und dem höheren Fahrgastaufkommen durch den Beginn der Touristensaison setzen wir sogar einen zusätzlichen Bus ein.“ Insgesamt habe die Streckensperrung für Fahrgäste und Freunde der Südbahn kaum Auswirkungen. „Man muss eben nur in den Bus umsteigen“, so Graf.



