Brandenburg setzt auf doppelte Strategie in der Wohnungspolitik
Die Landesregierung von Brandenburg verfolgt eine ambitionierte Wohnungspolitik, die sowohl den sozialen Mietwohnungsbau als auch die Förderung von Wohneigentum in den Mittelpunkt stellt. Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD) hat klare Ziele für die kommenden Jahre definiert, um die Wohnsituation im Bundesland nachhaltig zu verbessern.
Sozialer Wohnungsbau als Herzstück
In einem aktuellen Statement betonte Crumbach die zentrale Bedeutung des sozialen Mietwohnungsbaus für Brandenburgs Wohnungsmarkt. „Ohne bezahlbare Mietwohnungen finden Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen, Familien, Studierende und Auszubildende keine angemessene Unterkunft“, erklärte der Minister gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Diese Bevölkerungsgruppen seien besonders auf günstigen Wohnraum angewiesen, der durch staatliche Förderprogramme geschaffen werden müsse.
Eigentumsförderung als ergänzender Baustein
Parallel zum Ausbau des Mietwohnungsbestands plant die Regierungskoalition aus SPD und CDU eine deutliche Stärkung der Eigentumsbildung. „Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass der Traum vom eigenen Haus in Brandenburg weiterhin realisierbar bleibt“, so Crumbach. Der Minister kündigte an, zusätzliche Wege zu eröffnen, um mehr Bürgerinnen und Bürger beim Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen – ohne dabei die Bemühungen im sozialen Wohnungsbau zu beeinträchtigen.
Konkrete Maßnahmen und Zahlen
Die Koalition hat im Regierungsprogramm mehrere konkrete Vorhaben festgehalten:
- Beschleunigung von Bauverfahren zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum
- Verdopplung des Fördervolumens für selbstgenutztes Wohneigentum
- Gezielte Unterstützung von jungen Familien beim Bau von Eigenheimen
- Bessere Ausrichtung der Wohnraumförderung auf Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen
Diese Maßnahmen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt: Nach Angaben des Statistikamtes sank die Zahl genehmigter Wohnungen in Brandenburg im Jahr 2025 auf 7.962 Einheiten – ein Rückgang um etwa zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr und bereits das vierte Jahr in Folge mit rückläufigen Zahlen. Im benachbarten Berlin zeigte die Entwicklung dagegen einen gegenläufigen Trend mit steigenden Genehmigungszahlen.
Langfristige Perspektiven
Die Brandenburger Wohnungspolitik verfolgt damit eine ausgewogene Strategie, die sowohl die kurzfristige Versorgung mit bezahlbarem Mietwohnraum als auch langfristige Perspektiven für Eigentumsbildung im Blick behält. Minister Crumbach betonte die Notwendigkeit, beide Bereiche parallel zu entwickeln, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden und gleichzeitig die Attraktivität des Bundeslandes als Wohnstandort zu erhalten.



