Einrichtungstrends 2026: Warum Orange und Dackel jetzt im Fokus stehen
Die Einrichtungswelt befindet sich im Wandel. Während vornehme Zurückhaltung und kühle Grautöne langsam an Bedeutung verlieren, gewinnen fröhliche Farben und persönliche Akzente an Boden. Die Trends für das Jahr 2026 setzen klar auf stimmungsaufhellendes Design, das Eleganz mit Lebensfreude verbindet.
Die Omnipräsenz der Farbe Orange
Auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt am Main, die vom 6. bis 10. Februar 2026 stattfand, war die Farbe Orange allgegenwärtig. Von kleinen Stehlampen in Pilzform über Blumentöpfe bis hin zu Kaffeekannen leuchteten zahlreiche Dekostücke in verschiedenen Orangetönen. Rosenthal präsentierte beispielsweise den minimalistischen Becher „The Mug+“ im fröhlichen „Juicy Tangerine“, während „Rig-Tig“ Thermoskannen in poppigem 60er-Jahre-Orange zeigte.
Das Frankfurter Stilbüro bora.herke.palmisano, das die Trendschau der Messe kuratierte, integrierte sowohl das helle Orange 4009 C als auch das kräftige Orange 138 C von Pantone in ihre Visualisierungen. Diese Farben werden im Zusammenspiel mit Kupfer, kräftigem Rot, Grün und Gelb empfohlen, um harmonische Kontraste zu schaffen.
Stimmungsaufhellendes Design mit Dopaminfarben
Für Trendanalystin Gabriela Kaiser ist Orange nur ein Teil des übergeordneten Themas „stimmungsaufhellendes Design“. Sie erklärt: „Das fängt an mit den optimistischen Dopaminfarben – Gelb, Orange, Pink – und am liebsten auch alle miteinander kombiniert.“ Die Motive reichen von fröhlichen Obstsalat-Dekorationen, wie erdbeerverzierten Schüsseln oder Zitronenkerzenständern, bis hin zum niedlichen Dackel.
Der Dackel gilt aktuell als Deko-Tier der Stunde und ist auf Tellermotiven oder als Aufstellstück im Leopardenoutfit zu finden. Kaiser betont: „Mit dem Dackel wird sehr spielerisch umgegangen. Selbst wenn du keine Hunde hast, berührt dieser niedliche Geselle bei vielen das Herz.“ Um Kitsch zu vermeiden, rät sie zur sparsamen Dosierung von Knallfarben und fruchtigen Stücken als gezielte Eyecatcher.
Maritime Elemente und warme Farbtöne
Neben Hunden erobert auch Meeresgetier die Wohnräume. Fische, Muscheln, Hummer und Krebse zieren Tassen, Teller und Servietten. Maritimes Design, wie die Keramiklinie „Sea“ von Nosse Ceramics, die mit dem „German Design Award“ ausgezeichnet wurde, passt perfekt zum stimmungsaufhellenden Trend. Kaiser sieht darin eine Möglichkeit, „Urlaub am Meer in das eigene Zuhause zu holen“.
An den Wänden setzen sich laut Deutschem Tapeten-Institut Kombinationen aus Matcha Green, erdigen Grüntönen und warmen Orange- oder Curry-Nuancen durch. Diese schaffen natürliche Wärme und ersetzen zunehmend kaltes Grau. Einrichtungsberaterin Angelika Hinz erklärt: „Wir verabschieden uns immer mehr von harten Kontrasten und kommen zu Farben, die Geborgenheit ausstrahlen.“ Gefragt sind warme Braun-, Sand-, Beige- und Greigetöne sowie Terrakotta.
Mut zur Persönlichkeit und unperfekte Formen
Ein weiterer Trend ist „Brave Living“ oder der Mut zur Persönlichkeit in der Einrichtung. Hinz ermutigt dazu, Möbel und Accessoires aus unterschiedlichen Stilrichtungen zu kombinieren: „Man darf sich trauen, Dinge zu kombinieren, die einem wirklich gefallen. Also ein bisschen mehr Emotion, weniger Katalog.“ Dieser Ansatz ermöglicht es, persönliche Lieblingsstücke, auch wenn sie als „out“ gelten, in das Wohnkonzept zu integrieren.
Passend dazu sind aktuell Teller und Schalen in organischen, unperfekten Formen mit Farbabweichungen, Rillen und Rinnen angesagt. Hinz betont: „Wichtig ist, dass man auch sieht, dass das ein bisschen handgemacht ist und besonders ist.“ Ob bunte Erdbeertassen, Zitronenkerzen oder orangefarbene Dackel – erlaubt ist, was gefällt und Freude ins Haus bringt.



