Woldegk entscheidet über Zukunft von DDR-Wohnblöcken und historischer Mühle
In einer jüngsten Sitzung des Planungsausschusses der Stadt Woldegk standen wichtige Entscheidungen zur Wohnraumplanung und zur künftigen Nutzung der historischen Fröhlcke Mühle im Mittelpunkt. Die Diskussionen drehten sich vor allem um den möglichen Abriss oder die Modernisierung mehrerer Wohnblöcke aus DDR-Zeiten sowie um innovative Ideen für das kulturelle Erbe der Region.
Empfehlungen für Wohnblöcke: Abriss versus Modernisierung
Der Planungsausschuss sprach sich deutlich für den Erhalt und die Modernisierung der Wohnblöcke in Mildenitz und Hinrichshagen aus. Für Hinrichshagen wurden sogar bereits Mietanfragen bei der zuständigen Wohnungsverwaltung gemeldet, was auf eine positive Nachfrage hindeutet. In Mildenitz soll nicht nur die Modernisierung der Wohnungen, sondern auch die Gestaltung der Fläche hinter dem Neubau vorangetrieben werden, um ein ansprechendes Gesamtensemble zu schaffen. Die identischen Bauweisen und gut geschnittenen Wohnungen könnten insbesondere für junge Menschen attraktiv sein.
Anders sieht es für den Wohnblock in Helpt und den verbliebenen Block in der Woldegker Ernst-Thälmann-Straße aus. Hier empfiehlt der Ausschuss den Abriss. Für den Helpter Block gilt eine Modernisierung als unwirtschaftlich, während der Abriss Bauplatz für zwei neue Häuser schaffen würde. Der Woldegker Block soll im Zuge der geplanten Neubebauung im Bereich Klosterstraße, Ecke Ernst-Thälmann-Straße, weichen.
Steigende Kosten und Fördermöglichkeiten
Die Kosten für Abrissarbeiten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wurden 2021 in Woldegk noch 76 Euro pro Quadratmeter für den Abriss eines Gebäudes in der Ernst-Thälmann-Straße gezahlt, mussten 2024 bereits 179 Euro pro Quadratmeter für ein Gebäude in Schönhausen aufgebracht werden. Trotz dieser finanziellen Herausforderungen bestehen Möglichkeiten, Fördermittel zu beantragen, um die Maßnahmen zu unterstützen.
Neue Perspektiven für die Fröhlcke Mühle
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Debatte um die Fröhlcke Mühle, auch Seemühle genannt. Jan Bauditz, Vorsitzender des Mühlenvereins Mecklenburg-Vorpommern, präsentierte Pläne zur Nutzung der Räumlichkeiten. Insbesondere wird erwogen, im Mittelteil der Mühle eine Heimatstube einzurichten, die das kulturelle Erbe der Region präsentieren soll.
Baulich sind nur geringe Veränderungen am Mittelteil und der Mühle selbst notwendig. Die Mühle soll in ihrem aktuellen Zustand für Besucher zugänglich gemacht werden, während das angrenzende Wohngebäude grundsätzlich in gutem Zustand ist und für die Vermietung vorbereitet werden muss.
Einzigartige Idee: Verwaltung neben der Mühle
Eine innovative Idee, die während der Sitzung vorgestellt wurde, sieht vor, die Verwaltung der Windmühlenstadt Woldegk in das Wohnhaus neben der Fröhlcke Mühle zu verlegen. Jan Bauditz zeigte sich begeistert von diesem Vorschlag und betonte: „Das wäre einzigartig, die Verwaltung der Windmühlenstadt hat ihren Sitz neben einer Mühle.“
Die Mitglieder des Planungsausschusses bewerteten diese Idee vor allem aus finanzieller Perspektive. Da für das derzeitige Verwaltungsgebäude in Woldegk erhebliche Mietkosten anfallen, wäre ein wirtschaftlicher Vergleich mit der alternativen Nutzung des Wohnhauses neben der Mühle durchaus sinnvoll. Diese Überlegungen könnten zu einer nachhaltigen und kosteneffizienten Lösung für die Stadtverwaltung führen.



