Die evangelische Kirchengemeinde Anklam trauert um ihre Pastorin Heide Steinwehr. Die 35-Jährige wurde am Mittwochnachmittag leblos in ihrer Wohnung aufgefunden. Ein Rettungseinsatz an der Anklamer Kreuzkirche, bei dem auch die Feuerwehr zur Türnotöffnung gerufen wurde, konnte ihr nicht mehr helfen.
Keine kriminalpolizeilichen Ermittlungen
Die Polizei bestätigte auf Nachfrage den Einsatz. Es liegen jedoch keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor. Die Beamten gehen von einer natürlichen Todesursache aus, sodass keine kriminalpolizeilichen Ermittlungen eingeleitet wurden. Die Nachricht verbreitete sich schnell in der Gemeinde und löste große Betroffenheit aus.
Gemeinde zeigt sich tief getroffen
„Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer teilt die Evangelische Kirchengemeinde Anklam mit, dass Pastorin Heide Steinwehr unerwartet verstorben ist. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten in dieser schweren Zeit insbesondere ihrer Familie, ihren Angehörigen sowie allen, die ihr nahestanden“, erklärte die Gemeinde in einer Mitteilung. Pastor Helge Jörgensen, Inhaber des ersten Pfarramts in Anklam, kündigte an: „Am Sonntag um 14 Uhr findet eine Gebetszeit in der Kreuzkirche statt. Der Gottesdienst um 10.30 Uhr entfällt.“ Alle weiteren Termine wurden vorerst abgesagt. Über anschließende kirchliche Veranstaltungen solle man sich gesondert informieren.
Erst ein Jahr in Anklam – aber schon viel bewegt
Heide Steinwehr war erst seit Ende Februar 2025 als zweite Pastorin in Anklam tätig und vorrangig für die Kreuzkirche sowie die umliegenden Orte zuständig. In dieser kurzen Zeit hatte sie bereits zahlreiche Neuerungen angestoßen. Sie führte unter anderem die Segnung zum Valentinstag ein und initiierte eine Andacht für Angehörige von verstorbenen Kindern und Sternenkinder. Beide Angebote stießen auf große Resonanz, weit über die Kirchengemeinde hinaus.
Rückkehr in die vorpommersche Heimat
Die Pfarrstelle in Anklam bedeutete für die junge Frau die Rückkehr in ihre Heimat. Aufgewachsen in Demmin, studierte sie Theologie in Greifswald und Berlin. Nach dem Vikariat in Uetersen absolvierte sie ihren Probedienst in mehreren Landgemeinden rund um Groß Pankow bei Parchim. Die Rückkehr nach Vorpommern brachte sie nicht nur näher zur Familie, sondern auch zu dem, was sie liebte: die Menschen, die Natur und die Nähe zur Ostsee. Zum Einstand erzählte sie dem Nordkurier, wie sehr sie die Region schätze. In der Gemeinde wurde sie herzlich aufgenommen. Umso größer ist nun die Trauer über ihren plötzlichen Tod.



