Sexuelle Belästigung auf Ärztetag: Kammer sagt Hilfe zu
Belästigung auf Ärztetag: Kammer sagt Hilfe zu

Nach Berichten über mutmaßliche sexuelle Belästigung beim Deutschen Ärztetag in Hannover hat die Bundesärztekammer Hilfe zugesagt. Es bestehe ein enger Austausch mit der Vertretung der Medizinstudierenden, und den Betroffenen sei selbstverständlich Unterstützung zugesichert worden, teilte die Kammer mit. Das „Deutsche Ärzteblatt“ hatte die Vorwürfe am Freitag veröffentlicht.

Studentinnen berichten von Übergriffen

Eine Gruppe von Medizinstudierenden hatte nach Schilderung der Ärztekammer Niedersachsen in einer Rede von übergriffigem Verhalten vor Ort berichtet. Sie schilderten Kommentare über ihr Äußeres, ihre Ausschnitte, Hände auf Gesäß und Rücken, Einladungen auf Hotelzimmer sowie sexistische Gesprächssituationen. Den fünf weiblichen Mitgliedern der Delegation seien während des dreitägigen Treffens in Niedersachsen derartige Übergriffe passiert, hieß es in der Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Intensive Debatte auf dem Ärztetag

Laut Bundesärztekammer folgte noch am Freitag „eine intensive Debatte auf dem Ärztetag über Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen im Gesundheitswesen“. Strafrechtliche Ermittlungen gibt es bisher nicht. Weder bei der Polizei noch bei der Staatsanwaltschaft Hannover liegen Anzeigen oder Strafanträge vor. Sexuelle Belästigung wird laut Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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Bundesärztekammer will sich der Problematik stellen

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt hatte direkt nach der Erklärung unmissverständlich klargestellt, dass Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt – ob verbal oder körperlich – den Werten des ärztlichen Berufs fundamental widersprechen. Der Vorstand werde sich dieser Problematik stellen und entwickle klare Compliance-Vorgaben sowie umfassende Schutzkonzepte. Laut Ärztekammer Niedersachsen sollen Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung Kernthema des kommenden Ärztetags 2027 werden. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden befürworte dieses Vorgehen und den im Raum spürbaren Wunsch nach Verbesserung. Der Studierendenvertretung gehe nun auch darum, das Bewusstsein für derartiges Verhalten zu stärken.

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