Norwegens Ex-Premier Jagland in Klinik: Epstein-Druck zu groß
Ex-Premier Jagland in Klinik: Epstein-Druck zu groß

Norwegens Ex-Premier Jagland in Klinik: Epstein-Druck zu groß

Der frühere norwegische Premierminister Thorbjørn Jagland (75) ist nach Angaben seines Anwalts in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Als Grund nannte der Rechtsvertreter in einer Stellungnahme gegenüber der norwegischen Zeitung „VG“ den enormen psychischen Druck, dem der ehemalige Regierungschef durch die Enthüllungen über seine Kontakte zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ausgesetzt gewesen sei.

Suizidgerüchte dementiert

Zuvor hatte das Portal „iNyheter“ unter Berufung auf eine anonyme Quelle berichtet, dass Jagland angeblich einen Suizidversuch unternommen habe. Das Portal schrieb weiter, dass die größten norwegischen Medien geschlossen entschieden hätten, nicht über diesen Vorfall zu berichten. Diese Darstellung wies Jaglands Anwalt jedoch entschieden zurück und bezeichnete sie als falsch.

Der Anwalt betonte, dass die Krankenhauseinweisung ausschließlich auf die gesundheitlichen Folgen des anhaltenden öffentlichen Drucks zurückzuführen sei, der durch die Berichterstattung über die Epstein-Verbindungen entstanden war. Die genaue medizinische Diagnose wurde nicht mitgeteilt, doch deutete der Rechtsvertreter an, dass es sich um eine vorbeugende Maßnahme zur Stabilisierung des Gesundheitszustands handle.

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Hintergrund der Kontroverse

Thorbjørn Jagland, der von 2005 bis 2013 als norwegischer Ministerpräsident amtierte und später auch als Generalsekretär des Europarats fungierte, war in den vergangenen Monaten zunehmend in die Kritik geraten, nachdem Details über seine früheren Begegnungen mit Jeffrey Epstein bekannt geworden waren. Epstein, der 2019 in einer US-Haftanstalt starb, war wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt worden und stand im Zentrum eines internationalen Skandals.

Die Enthüllungen hatten in Norwegen zu einer intensiven öffentlichen Debatte über Jaglands Rolle und seine politische Vergangenheit geführt. Medienberichte zufolge soll der ehemalige Premierminister mehrfach mit Epstein zusammengekommen sein, was Jagland zwar nicht bestritten, aber stets als private Begegnungen ohne politische Implikationen dargestellt hatte.

Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die schwerwiegenden persönlichen Konsequenzen, die solche öffentlichen Kontroversen für betroffene Personen haben können. Während die genauen Umstände der Krankenhauseinweisung weiterhin unklar bleiben, zeigt der Fall, wie sehr politische Skandale die psychische Gesundheit selbst erfahrener Staatsmänner beeinträchtigen können.

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