Jarmen: Gemeinschaftspraxis eröffnet im historischen Annastift - Startschuss für Mehrgenerationenhaus
Gemeinschaftspraxis eröffnet im historischen Annastift Jarmen

Neue Ärztepraxis im historischen Annastift von Jarmen eröffnet

Im repräsentativen Gebäude des Jarmener Annastifts hat diese Woche eine neue Gemeinschaftspraxis ihre Türen geöffnet. Die Ärztinnen Dr. med. Sarah Gerwien und Nora Späte sind gemeinsam mit ihrer erfahrenen Kollegin Dr. med. Angelika Peters, einer bekannten Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, in die frisch sanierten Räume eingezogen. Damit beginnt die schrittweise Wiederbelebung des lange leerstehenden historischen Gebäudes, das künftig als Mehrgenerationenhaus dienen soll.

Moderne Praxisräume auf 250 Quadratmetern

Die neue Praxis bietet auf rund 250 Quadratmetern im Erdgeschoss der Lindenstraße 15 optimale Arbeitsbedingungen. Nachdem die Medizinerinnen zuvor über der Apotheke mit erheblichen Platzproblemen kämpfen mussten, verfügen sie nun über helle Behandlungszimmer, getrennte Wartebereiche für Infekt- und Nichtinfektpatienten sowie Spielmöglichkeiten für junge Patienten. Barrierefreier Zugang, zwei Labore, moderne Sanitäranlagen und ein Gemeinschaftszimmer für das Personal komplettieren die Ausstattung.

Während im und am Gebäude noch Handwerker aktiv sind, läuft die schrittweise Inbetriebnahme bereits. „Wir sind sozusagen die Pioniere der Wiederbesiedlung“, erklären die Ärztinnen, die mit ihrer Praxis den Auftakt für die neue Nutzung des Annastifts bilden.

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Historisches Gebäude mit bewegter Vergangenheit

Das Annastift blickt auf eine bewegte Geschichte zurück:

  • Erbaut 1923/24 als Sitz des „Jarmener landwirtschaftlichen Ein- und Verkaufsvereins“
  • In der DDR-Zeit als Landambulatorium mit bis zu 130 Beschäftigten genutzt
  • Nach der Wende zum Alten- und Pflegeheim umgestaltet (Eröffnung 1994)
  • Namenspatinnen: Diakonisse Anna Behrend und Kirchendienerin Anna Dick
  • Überraschende Schließung 2023 aus strukturellen und finanziellen Gründen

Das Gebäude mit seinen hohen Geschossdecken, dem großen Saal und dem markanten Portikus gilt bis heute als repräsentativer als das Jarmener Rathaus. Nach dem Leerstand im Jahr 2023 kündigte der Pommersche Diakonieverein eine umfassende Sanierung und neue Nutzungskonzeption an.

Mehrgenerationenhaus mit verschiedenen Einrichtungen

Neben der bereits eröffneten Gemeinschaftspraxis sind weitere Einrichtungen geplant:

  1. Tagespflegeeinrichtung im Erdgeschoss (Eröffnung im März, Tag der offenen Tür am 12. März)
  2. Senioren-Wohngemeinschaft im ersten Obergeschoss mit zehn Mietplätzen
  3. Betreutes Wohnen für Jugendliche im zweiten Obergeschoss mit acht Apartments

Pressesprecherin Manuela Röthke bestätigte, dass das Gros der umfangreichen Sanierungsarbeiten aus dem Jahr 2025 abgeschlossen ist. „Die neuen Bereiche sollen sukzessive eröffnet werden, nach Vorlage der Betriebserlaubnis“, so Röthke. Die offizielle Eröffnung des gesamten Mehrgenerationenhauses ist für den 27. März terminiert, verbunden mit einer Besichtigungsmöglichkeit für Interessierte.

Der Diakonieverein investierte einen siebenstelligen Betrag in die Sanierung und Umgestaltung des Gebäudes, einschließlich der Neugestaltung der großen Auffahrt. Damit erhält das historische Annastift nach Jahren der Ungewissheit eine zukunftsweisende Perspektive als generationenübergreifender Treffpunkt für die Region.

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