Harald Krassnitzer im Interview: Über seinen letzten „Tatort“ und den Umgang mit Demenz
Harald Krassnitzer, bekannt aus dem Wiener „Tatort“, spricht im Interview über seine aktuelle Rolle in „Der verlorene Mann“. Der Film behandelt das Thema Demenz auf einfühlsame Weise. Krassnitzer verkörpert einen Mann, der an Demenz erkrankt ist und plötzlich wieder im Leben seiner Ex-Frau auftaucht. Diese Rolle habe ihn persönlich sehr berührt, da auch in seinem Umfeld Menschen von dieser Krankheit betroffen seien.
Die Arbeit an der Rolle
Für die Vorbereitung auf die Rolle habe er intensiv recherchiert und mit Betroffenen gesprochen. „Es war mir wichtig, die Krankheit authentisch darzustellen, ohne zu übertreiben“, so Krassnitzer. Die Dreharbeiten seien emotional fordernd gewesen, aber das Team habe eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen. „Man muss sich fallen lassen können, um solche Szenen glaubwürdig zu spielen“, erklärt er.
Abschied vom „Tatort“
Auf die Frage nach seinem bevorstehenden Abschied vom „Tatort“ antwortet Krassnitzer: „Noch habe ich kein Gefühl von Abschied. Vielleicht kommt das erst, wenn die letzte Folge ausgestrahlt wird.“ Er blicke dankbar auf die vielen Jahre zurück. „Der Tatort war ein wichtiger Teil meines Lebens, aber ich freue mich auch auf neue Herausforderungen.“
Krassnitzer betont, dass er die Zusammenarbeit mit seinem Kollegen und dem gesamten Team sehr schätze. „Wir sind über die Jahre zu einer richtigen Familie geworden.“ Der Abschied falle ihm daher nicht leicht, aber er sei bereit für neue Projekte.
Persönliche Erfahrungen mit Demenz
Im Gespräch wird Krassnitzer auch persönlich: Er berichtet von eigenen Erfahrungen mit Demenz in der Familie. „Man erlebt, wie sich ein geliebter Mensch verändert, und das ist sehr schmerzhaft.“ Diese Erfahrung habe ihm geholfen, die Rolle noch intensiver zu spielen. „Ich wollte zeigen, dass die Person hinter der Krankheit immer noch da ist, auch wenn sie sich verändert hat.“
Ausblick auf die Zukunft
Nach dem „Tatort“ plant Krassnitzer, sich vermehrt dem Theater zu widmen. „Die Bühne ist meine erste Liebe, und ich möchte wieder öfter dort stehen.“ Auch Film- und Fernsehrollen seien weiterhin denkbar, aber er wolle sich die Zeit nehmen, die richtigen Projekte auszuwählen. „Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt“, sagt er abschließend.
Das Interview führte Maja Aralica am 7. Mai 2026. Der Film „Der verlorene Mann“ läuft aktuell in den Kinos.



