Gerard Piqué, der ehemalige Starverteidiger des FC Barcelona und Weltmeister von 2010, ist vom Disziplinarausschuss des spanischen Fußballverbands (RFEF) hart bestraft worden. Der 39-Jährige, der heute als Mehrheitseigner des Zweitligisten FC Andorra fungiert, wurde für sechs Spiele gesperrt und für zwei Monate suspendiert. Grund sind Vorfälle rund um das Spiel am 1. Mai zwischen Andorra und Albacete (0:1).
Bedrohung im Kabinengang
Laut einem Bericht des Schiedsrichters Alonso de Ena Wolf soll Piqué ihn nach der Partie im Kabinengang bedroht haben. Der Unparteiische vermerkte im Spielbericht, dass Piqué unter anderem sagte: „Geht lieber mit Eskorte raus, damit euch nichts passiert“ und „In einem anderen Land würde man euch fertigmachen, aber hier in Andorra sind wir ein zivilisiertes Land.“ Der Schiedsrichter verließ das Stadion unter dem Schutz von Sicherheitskräften, doch Piqué und andere Klubvertreter setzten die Beleidigungen fort.
Rote Karten und heftige Proteste
Das Spiel war von heftigen Protesten der Andorraner geprägt, nachdem Albacete in der 86. Minute das entscheidende Tor erzielt hatte. Spieler und Funktionäre sahen ein vorausgegangenes Foulspiel. Schiedsrichter de Ena Wolf verteilte daraufhin vier Rote Karten gegen die Bank von Andorra, unter anderem gegen Trainer Carles Manso. Der Disziplinarausschuss bewertete Piqués Verhalten als „leicht gewalttätig“ und stellte fest, dass es „die Würde und den Anstand des Sports verletze“.
Piqué legt in sozialen Medien nach
Doch damit nicht genug: Piqué griff den Schiedsrichter auch auf der Plattform X an und schrieb: „Er ist ein Schiedsrichter, der nicht das erforderliche Niveau hat, und es ist offensichtlich, dass er etwas gegen unseren Verein hat.“ Diese zusätzlichen Äußerungen dürften die Strafe mit beeinflusst haben.
Karriereende und Engagement in Andorra
Piqué hatte im Januar 2023 nach 15 Jahren und über 600 Spielen für den FC Barcelona seine aktive Karriere beendet. Bereits im Dezember 2018 war er mit seiner Kosmos Holding beim damaligen Fünftligisten FC Andorra eingestiegen. Der Klub liegt aktuell im Mittelfeld der zweiten spanischen Liga. Piqué ist als Mehrheitseigner regelmäßig bei den Partien im Stadion, wird aber die nächsten Spiele seiner Mannschaft verpassen. Die Sperre gilt für sechs Ligaspiele, und die zweimonatige Suspendierung bedeutet, dass er auch in anderen Funktionen nicht am Spielbetrieb teilnehmen darf.



