Prozess um betäubte und vergewaltigte Frauen in München begonnen
Prozess um Vergewaltigung mit Betäubung in München

In München hat ein neuer Prozess um schwere Sexualstraftaten begonnen. Ein 28-jähriger ehemaliger Notfallsanitäter aus Garmisch-Partenkirchen muss sich vor dem Landgericht München II wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine damalige Freundin und eine 16-Jährige betäubt und missbraucht zu haben. Auch einer Kollegin soll er heimlich Beruhigungsmittel verabreicht haben.

Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Die ermittelnden Behörden gehen davon aus, dass der Angeklagte die Frauen mit Medikamenten außer Gefecht setzte, um sie sexuell zu missbrauchen. Die mutmaßlichen Taten ereigneten sich über einen längeren Zeitraum. Besonders schwer wiegt der Vorwurf der Vergewaltigung einer 16-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft stützt sich unter anderem auf Aussagen der Opfer und sichergestellte Beweise.

Verteidigung des Angeklagten

Der 28-Jährige bestreitet alle Vorwürfe. Er räumt ein, Medikamente aus dem Rettungsdienst mitgenommen zu haben, beteuert jedoch, diese selbst eingenommen zu haben. Grund sei eine schwere persönliche Krise nach dem Krebstod seiner Mutter gewesen. Er habe unter Schlafstörungen und Arbeitsstress gelitten. Die Vorwürfe der 16-Jährigen führt er auf verletzte Gefühle zurück, da er kein Interesse an ihr gehabt habe. Er habe sich lediglich wie ein großer Bruder um sie kümmern wollen.

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Aussagen der mutmaßlichen Opfer

Die Ex-Freundin des Angeklagten belastet ihn schwer. Sie gab bei der Polizei an: „Sein Kick war das Bewusstlose.“ Sie beschrieb, dass er es genossen habe, wenn sie stark betrunken oder bewusstlos war. Auch die 16-Jährige äußerte sich belastend. Sie sagte, der Angeklagte habe zu ihr gesagt: „Man sieht sich immer zweimal im Leben. Das werde ich schon bereuen, was ich gemacht habe.“ Die Verteidigung hingegen vermutet eine Absprache zwischen den beiden Frauen, um dem Mann zu schaden.

Weitere Details aus dem Prozess

Der Angeklagte gab zu, Trinkspiele mit seiner damaligen Freundin veranstaltet zu haben, um sie zum Alkoholkonsum zu animieren. Er räumte ein, regelmäßig Videos von betrunkenen Frauen im Internet angesehen zu haben, was ihm heute unangenehm sei. Er wisse nicht, was ihn damals dazu getrieben habe. Inzwischen sei er in einer festen Beziehung und verlasse Partys, wenn er betrunkene Frauen sehe. Die von ihm gemachten Fotos während des mutmaßlichen Missbrauchs seien mit Einverständnis der Freundin entstanden. Die Handlungen seien einvernehmlich gewesen.

Internationale Parallelen

Der Fall erinnert an das Verbrechen der „chemischen Unterwerfung“ (französisch: soumission chimique). Weltweit bekannt wurde der Fall der Französin Gisèle Pelicot, die von ihrem Ehemann über Jahre betäubt und Fremden zur Vergewaltigung angeboten wurde. Auch in München gab es kürzlich einen ähnlichen Fall: Ein Chinese wurde zu über elf Jahren Haft verurteilt, weil er seine Freundin narkotisiert und vergewaltigt hatte.

Prozessverlauf

Das Landgericht München II hat sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 11. Juni fallen. Der Prozess wird mit Spannung verfolgt, da er erneut das Thema sexualisierte Gewalt unter Ausnutzung von Betäubungsmitteln in den Fokus rückt.

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