Gesunde Fingernägel: Ärztliche Tipps für Stabilität und Pflege im Alltag
Ärztliche Tipps für gesunde Fingernägel im Alltag

Gesunde Fingernägel: Was wirklich hilft und schadet

Fingernägel sind unsere täglichen Helfer: Sie helfen beim Öffnen von Verpackungen, beim Kratzen oder beim Greifen kleiner Gegenstände. Doch sie müssen im Alltag viel aushalten. Ärzte geben wichtige Ratschläge, wie man sie stark und gesund erhält.

Die Funktion unserer Nägel

„Nägel stabilisieren die Fingerkuppe und erleichtern feines Hantieren“, erklärt Hausarzt Lutz Weber. Dermatologe Jan-Olaf Piontek ergänzt: „Früher waren sie sogar eine exzellente Waffe.“ Die Nägel selbst bestehen hauptsächlich aus Keratin, einem festen Protein, das auch in Haaren vorkommt.

Wachstum und Warnsignale

Fingernägel wachsen etwa einen Millimeter pro Woche, Zehennägel langsamer. Veränderungen können auf Gesundheitsprobleme hinweisen. Tiefe Rillen deuten oft auf vorübergehende Wachstumsstörungen durch Infekte hin. Kritischer sind gelbliche Verfärbungen und bröckelige Nägel – typische Anzeichen für Nagelpilz, der behandelt werden muss.

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Besondere Vorsicht ist bei Pigmentflecken unter dem Nagel geboten. „Verschleppte Tumoren werden oft fälschlich als Leberflecke abgetan“, warnt Piontek. Bei Hautkrebsscreenings sollte daher kein Nagellack getragen werden, damit Ärzte Hautveränderungen erkennen können.

Ursachen für brüchige Nägel

Brüchige Nägel haben vielfältige Ursachen. Äußere Einflüsse wie häufiger Kontakt mit Wasser, Spülmittel oder aggressiven Chemikalien entziehen Feuchtigkeit. Auch Nagellackentferner kann schaden. Innere Ursachen sind oft Nährstoffmängel. „Bei Defiziten an Biotin, Eisen, Zink oder Vitamin D3 kann sich der Nagel nicht richtig bilden“, sagt Weber. Bei Verdacht empfiehlt sich eine Blutuntersuchung.

Starke Nägel durch Schutz und Ernährung

Zum Schutz vor äußeren Einflüssen rät Weber: „Tragen Sie bei der Hausarbeit Handschuhe.“ Handcremes können helfen, sollten aber ohne Parfüm und allergieauslösende Pflanzenbestandteile sein.

Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend. Besonders wichtig sind Biotin und Zink. Gute Biotin-Lieferanten sind:

  • Sonnenblumenkerne
  • Leber und Niere
  • Gekochte Eier
  • Sojabohnen und Haferflocken
  • Pilze

Für Zink eignen sich:

  • Rind- und Schweinefleisch
  • Käse, Milch und Eier
  • Nüsse
  • Weizen- und Roggenkeimlinge

Nahrungsergänzungsmittel können bei nachgewiesenem Mangel eine Option sein, sollten aber mit einem Arzt besprochen werden.

Vorsicht bei Kunstnägeln und Nagellack

Aus medizinischer Sicht sind Kunstnägel und Nagellack problematisch. „Jeder Lack oder Kleber ist aggressiv und schädigt auf Dauer das Nagelbett“, warnt Weber. Folgen können instabile, wellige oder verfärbte Nägel sein. Piontek fügt hinzu: „Allergien durch Nagellacke sind häufig, werden aber oft nicht erkannt.“ Lange Kunstnägel bergen zudem hygienische Risiken, da sich darunter Schmutz und Bakterien ansammeln.

Erste Hilfe bei eingerissenen Nägeln

Bei einem eingerissenen Nagel rät Piontek: „Schneiden Sie ihn nah am Nagelbett ab und kleben Sie ein Pflaster darauf.“ Keinesfalls sollte man den Nagel weiter abziehen, um Verletzungen des Nagelbetts zu vermeiden. Dann heißt es abwarten, bis der Riss herausgewachsen ist.

Fazit: Gesunde Fingernägel brauchen Schutz, die richtige Pflege und eine nährstoffreiche Ernährung. Bei anhaltenden Problemen ist der Gang zum Arzt unerlässlich.

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