US-Arbeitsministerin verlässt Trump-Kabinett nach schweren Vorwürfen
Die US-Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer hat ihren Rücktritt aus der Regierung von Präsident Donald Trump erklärt. Sie ist bereits die dritte Ministerin, die innerhalb von nur sieben Wochen das Kabinett verlässt. Der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Steven Cheung, bestätigte am Montag, dass Chavez-DeRemer in die Privatwirtschaft wechseln werde, und lobte gleichzeitig ihre "phänomenale" Arbeit während der 13-monatigen Amtszeit.
Skandale überschatten Amtszeit
Die Amtszeit von Chavez-DeRemer war jedoch von zahlreichen Kontroversen geprägt. Ein Bericht der New York Times vom vergangenen Mittwoch enthüllte, dass der Generalinspektor des Arbeitsministeriums Material prüft, das belegt, dass die Ministerin, ihre engsten Mitarbeiter und Familienmitglieder regelmäßig persönliche Nachrichten an junge Beschäftigte sandten. Laut der Zeitung tauschten sogar Chavez-DeRemers Ehemann und Vater Textnachrichten mit jungen Mitarbeiterinnen aus.
Einige weibliche Angestellte seien von der Ministerin und ihrem ehemaligen stellvertretenden Stabschef angewiesen worden, ihrer Familie "aufmerksam zu begegnen", berichteten mit den Ermittlungen vertraute Personen. Diese Nachrichten wurden im Rahmen einer umfassenderen Untersuchung des Führungsstils der Ministerin entdeckt, die eingeleitet wurde, nachdem die New York Post im Januar über eine Beschwerde beim Generalinspektor berichtet hatte.
Vielfältige Vorwürfe und Konsequenzen
Die Vorwürfe gegen Chavez-DeRemer sind vielfältig und schwerwiegend. Neben dem Verdacht auf eine Beziehung zu einem Untergebenen sollen Aufsichtsbehörden auch Beschwerden über ein problematisches Arbeitsklima im Ministerium prüfen. Drei Mitarbeiterinnen schilderten ein "feindliches Arbeitsumfeld" mit Vergeltungsmaßnahmen, wie sowohl die New York Times als auch die New York Post berichteten.
Weitere Anschuldigungen betreffen den Konsum von Alkohol während der Arbeitszeit und die Beauftragung von Mitarbeitern mit der Planung offizieller Reisen, die hauptsächlich privaten Zwecken dienten. Sowohl das Weiße Haus als auch das Arbeitsministerium hatten diese Vorwürfe zunächst als unbegründet zurückgewiesen.
Im Zuge der Ermittlungen mussten bereits mindestens vier Beamte des Arbeitsministeriums ihre Posten räumen. Darunter befanden sich Chavez-DeRemers ehemaliger Stabschef und dessen Stellvertreter sowie ein Mitglied ihres Sicherheitsteams, mit dem sie eine Affäre gehabt haben soll.
Dritte Ministerin verlässt Regierung in kurzer Zeit
Chavez-DeRemers Rücktritt reiht sich in eine Serie von Abgängen aus der Trump-Regierung ein. Anfang März hatte der Präsident die umstrittene Heimatschutzministerin Kristi Noem abberufen, die nach der Tötung von zwei US-Bürgern durch Bundeseinsatzkräfte in Minneapolis massiv unter Druck geraten war.
Knapp einen Monat später musste die Justizministerin Pam Bondi ihren Posten räumen, die in den Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verwickelt war. Berichten zufolge war Bondi bei Trump unter anderem wegen ihres Umgangs mit den Epstein-Akten in Ungnade gefallen. Zudem soll der Präsident frustriert gewesen sein, weil die Justizministerin nicht hart genug gegen seine politischen Widersacher vorgegangen sei.
Senator John Kennedy, ein Republikaner aus Louisiana, kommentierte den Rücktritt von Chavez-DeRemer mit den Worten: "Ich denke, die Ministerin hat mit ihrem Rücktritt viel Weisheit bewiesen." Die genauen Umstände ihres Wechsels in die Privatwirtschaft sind bisher nicht näher bekannt gegeben worden.



