In Berlin hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen eine 38-jährige Frau erhoben, deren an Diabetes erkrankter Sohn mutmaßlich an Insulinmangel gestorben ist. Die Anklagebehörde wirft der Frau Körperverletzung mit Todesfolge vor.
Alarmmeldungen der Insulinpumpe ignoriert
Der Vorfall ereignete sich im Zeitraum vom 7. bis 11. Juli 2023 im Berliner Ortsteil Tempelhof. Laut Ermittlungen soll die Mutter insgesamt 49 Alarmmeldungen der Insulinpumpe ihres Sohnes ignoriert haben. Solche Alarme weisen unter anderem auf eine Verstopfung des Schlauchs oder eine niedrige Batterieleistung hin. Normalerweise gibt die Pumpe kontinuierlich kleine Mengen Insulin ab. Fällt sie aus, sinkt der Insulinspiegel im Körper, was lebensbedrohliche Folgen haben kann.
Notarzt gerufen, aber zu spät
Am frühen Morgen des 11. Juli 2023 versuchte die Mutter, ihren Sohn zu wecken. Als dies nicht gelang, rief sie den Notarzt. Der Junge wurde in ein Krankenhaus eingeliefert und zunächst behandelt. Er starb jedoch knapp einen Monat später. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass die mangelnde Insulinversorgung zu einer Stoffwechselentgleisung mit Sauerstoffmangel im Gehirn geführt habe.
Die Mutter sieht sich nun mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Der Fall zeigt erneut, wie wichtig eine zuverlässige medizinische Versorgung bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes ist. Die Anklageerhebung ist ein wichtiger Schritt zur Aufklärung des tragischen Todesfalls.



