Ein ehemaliger Manager des deutschen Babybrei-Herstellers Hipp soll Babynahrung mit Rattengift versetzt und das Unternehmen erpresst haben. Der 39-jährige Familienvater sitzt in Österreich in Einzelhaft, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Drohbrief mit zeitlichem Druck
Ende März wurde dem Mann in der Hipp-Niederlassung in Gmunden (Österreich) gekündigt. Das Entlassungsgespräch verschob er spontan von 11 Uhr auf 13 Uhr. Um 11.55 Uhr ging die erste Erpressernachricht bei Hipp ein: „Die Zeit läuft ab“. Der Täter forderte zwei Millionen Euro in Kryptowährung.
Giftige Gläser in Supermärkten
Der Erpresser hatte einzelne Gläser des Babybreis „Kartoffeln mit Karotten“ mit Rattengift versetzt und in mehreren Ländern – darunter Tschechien, die Slowakei und Österreich – in Supermarktregale zurückgestellt. Eltern wurden aufgefordert, die betroffenen Chargen zu meiden.
Bei einer Durchsuchung seiner Eigentumswohnung in St. Gilgen am Wolfgangsee fanden Ermittler mehrere Säcke Rattengift sowie Hipp-Fruchtgläser. Der Anwalt des Beschuldigten, Manfred Arbacher-Stöger, erklärte, sein Mandant betreibe in seiner slowakischen Heimat eine Landwirtschaft und benötige das Gift zur Schädlingsbekämpfung.
Überwachung rund um die Uhr
Der Ex-Manager wird in seiner Zelle videoüberwacht – auch zum Schutz vor Mithäftlingen, die über die Vorwürfe empört sind. Er beteuert seine Unschuld. Die Ermittler werten nun Daten aus seinem sichergestellten Range Rover aus, um zu prüfen, ob er an den Tatorten war. Ein vergiftetes Glas gilt noch als vermisst.
Der Fall sorgt international für Aufsehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes und Erpressung. Der 39-Jährige war zuvor in leitender Position bei Hipp beschäftigt und galt als wohlhabend.



