Inklusion als Kostenfaktor: fatale Signale der Bundesregierung
Inklusion als Kostenfaktor: fatale Signale

Einschränkungen für Menschen mit Behinderungen: Teilhabe? Zu teuer. Menschenrecht? Egal

Ein Kommentar von Swantje Unterberg

Die Bundesregierung plant, die Hilfen für Menschen mit Behinderungen zu kürzen und ein Gesetz gegen Barrieren aufzuweichen. Beides sendet eine fatale Botschaft: Inklusion können wir uns sparen. Diese Entscheidung ist ein Rückschritt für die Rechte von Millionen Menschen in Deutschland. Dabei ist die UN-Behindertenrechtskonvention seit 2009 in Kraft – doch die Realität sieht anders aus. Statt Barrieren abzubauen, werden nun sogar bestehende Maßnahmen zurückgefahren. Das ist nicht nur kurzsichtig, sondern auch menschenrechtlich fragwürdig.

Die geplanten Kürzungen im Detail

Die Regierung will unter anderem die Finanzierung von Assistenzleistungen reduzieren und die Umsetzung der Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden und im Verkehr verzögern. Betroffen wären vor allem Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, aber auch blinde und gehörlose Menschen. Die geplanten Änderungen am Behindertengleichstellungsgesetz würden zudem die Durchsetzung von Barrierefreiheit erschweren. Statt einer Verpflichtung für private Anbieter soll es nur noch eine Soll-Bestimmung geben. Das ist ein massiver Eingriff in die Teilhabechancen.

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Fatale Signale für die Gesellschaft

Die Botschaft ist klar: Inklusion ist schön, aber wenn es ans Geld geht, wird sie zur Nebensache. Dabei zeigen Studien, dass barrierefreie Maßnahmen langfristig Kosten sparen, da sie die Abhängigkeit von Pflege und Unterstützung verringern. Zudem profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern die gesamte Gesellschaft von einer inklusiven Infrastruktur. Die geplanten Kürzungen sind daher nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich unvernünftig.

Menschenrecht statt Sparpolitik

Die Bundesregierung muss ihre Pläne überdenken. Inklusion ist kein Luxus, sondern ein verbrieftes Menschenrecht. Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet Deutschland zur vollen und wirksamen Teilhabe. Kürzungen und Aufweichungen sind ein Bruch dieser Verpflichtung. Stattdessen braucht es mehr Investitionen in Barrierefreiheit und eine konsequente Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Nur so kann eine gerechte Teilhabe für alle erreicht werden.

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