Bad Wilsnack sucht Übergangslösung für ärztliche Versorgung
Ärztliche Versorgung: Übergangslösung gesucht

Medizinische Versorgung auf dem Land: Übergangslösung für ärztliche Versorgung gesucht

Wenn in Bad Wilsnack Katrin Buch zum 30. Juni 2026 in den Ruhestand geht, wird es eng mit der ärztlichen Versorgung in der Kurstadt. Es wird eine Zwischenlösung gesucht.

Bad Wilsnack sucht eine Interimslösung für die ärztliche Versorgung. (Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolfoto)

Von Martina Kasprzak

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Veröffentlicht: 18.05.2026 • 16:30 Uhr

In Bad Wilsnack wird es ab 1. Juli mit der ärztlichen Versorgung etwas eng. Denn zum 30. Juni schließt früher als erwartet die praktische Ärztin Dr. Katrin Buch ihre Praxis. Dann stehen nur noch Allgemeinmedizinerin Katia Stahl und die beiden Fachärzte für Innere Medizin, Susanne Debnar und Bernd Zell, in ihrer Gemeinschaftspraxis zur Verfügung.

Medizinisches Versorgungszentrum startet erst Ende 2027

„Die Praxen sind auch voll. Wir müssen was tun, um die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten“, sagte Bad Wilsnacks Bürgermeisterin Martina Richter auf der Stadtverordnetenversammlung. Es sollte eine Übergangslösung gefunden werden, bis Ende 2027 das in Planung befindliche Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Am Gutshof 5 in Betrieb geht.

Dort entstehen im ersten Obergeschoss zwei Arztpraxen, die von der Firma Elbmed Kreiskrankenhaus Prignitz betrieben werden sollen. Der künftige Betreiber des MVZ könnte schon zum Jahresanfang 2027 einsteigen, wie die Bürgermeisterin berichtete. Diese Übergangslösung könnte man auch schon nach außen kommunizieren. Früher gehe es nicht, das halbe Jahr mit einer Ärztin weniger in der Kurstadt müsse man dann schmerzlich leben. „Einen Arzt zu finden, dürfte kein Problem sein. Im Kreiskrankenhaus gibt es genug Ärzte“, sagte der Stadtverordnete Lutz Bieck.

Passende Räume sind das größte Problem

Vielmehr stellen die entsprechenden Räume für die Interimslösung das große Problem dar. Die naheliegendste Lösung, die Praxisräume von Katrin Buch übergangsweise zu nutzen, komme nicht in Betracht, wie die Bürgermeisterin auf eine entsprechende Frage antwortete. So hat man vorhandene Räumlichkeiten ins Gespräch gebracht, um eine akzeptable Lösung zu finden.

Mit wenig Aufwand könnte man den Jugendraum in der Karthanehalle umbauen. Man müsste nur Trennwände einziehen. Das würde aber bedeuten, dass der Jugendclub für ein Jahr ausziehen müsste. Er könnte den Generationentreff neben dem Flammkuchenhaus nutzen. Denkbar wäre auch, dass man den Versammlungsraum in der Karthanehalle für den Jugendclub herrichten würde. „Das wäre kein gutes Signal für die Jugend, wenn wir ihnen den Raum nehmen würden“, gab der Stadtverordnete Gordon Werber zu bedenken. Dieses Argument traf auf Zustimmung.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Anmietung von Containern, die man auf dem Gelände der Karthanehalle aufstellen könnte. Doch wo stehen vielleicht Räume leer, die für diesen Zweck geeignet wären? Ins Gespräch ist auch das derzeitige Diakoniegebäude am Gutshof eingebracht worden. Das ehemalige Inspektorenhaus gehört der Kirche. Wie die Bad Wilsnacker wissen, wird die Diakonie umziehen, und zwar in das ehemalige Hotel an der Therme.

Klärung noch vor den Sommerferien

In Bezug auf diese Nutzung müsste man mit der Diakonie und der Kirche sprechen, ob diese Variante auch zeitlich hinkommen würde. Des Weiteren ist auch die Rede vom Kurmittelhaus, das im Herbst 2024 von der KMG-Klinik geschlossen wurde. Seitdem sitzt dort nur noch die Klinikverwaltung. Auch da müsse man mit dem Eigentümer das Gespräch suchen, ob und was dort möglich wäre.

Einen Beschluss haben die Stadtverordneten aufgrund der vielen noch offenen Fragen nicht fassen können. Sie wissen aber, dass die Zeit drängt. Noch vor den Sommerferien soll es zu diesem Thema eine außerordentliche Stadtverordnetenversammlung geben. Bis dahin sollen so viele Fragen wie möglich geklärt sein, damit ein Beschluss gefasst werden kann. Denn bis Ende des Jahres ist für eventuelle Umbauarbeiten und Einrichten dann auch nicht mehr viel Zeit.

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