Gut vier Monate nach dem spektakulären Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen Ende Dezember sollen am Freitag mehrere Kunden Dokumente aus ihren aufgebrochenen Schließfächern zurückbekommen. Es handele sich dabei vor allem um namentlich klar zuzuordnende Dokumente wie Kaufverträge, Urkunden, Fahrzeugbriefe oder Familienstammbücher, sagte eine Sparkassensprecherin.
Rückgabe der zurückgelassenen Gegenstände
Die Dokumente gehören zu den rund 50.000 Gegenständen, die die Einbrecher Ende 2025 in dem verwüsteten Tresorraum zurückgelassen hatten. Die Rückgabe erfolgt schrittweise, da die Zuordnung zu den jeweiligen Kunden einem gigantischen Puzzle gleicht, wie Sparkassenchef Michael Klotz erklärte. Unter den zurückgelassenen Gegenständen könnten durchaus auch werthaltige Dinge sein, so die Sprecherin.
Schadenermittlung nach Abschluss der Rückgabe
Wenn die Rückgabe abgeschlossen ist, soll final der Schaden der gut 3.000 Kunden durch den Tresorraum-Einbruch ermittelt werden. Die Schließfächer sind standardmäßig bis zu 10.300 Euro pro Fach versichert, sofern Kunden den Nachweis über entsprechend wertvolle Inhalte erbracht haben. Viele Kunden hatten jedoch deutlich höhere Beträge in ihren Fächern deponiert.
Polizei bittet um Meldung der Wertgegenstände
Die Polizei wies am Morgen darauf hin, dass alle in Empfang genommenen Wertgegenstände im Nachgang bei der Polizei angegeben werden müssten. Nur so sei gewährleistet, dass jene Gegenstände, die zunächst als gestohlen gemeldet wurden, nicht weiter zur Sachfahndung ausgeschrieben sind. Betroffene Personen sollten sich telefonisch bei der Polizei melden.
Sparkassenchef wirbt um Verständnis
Im „Morgenecho“ auf WDR 5 warb Sparkassenchef Klotz angesichts von Rücktrittsforderungen bei Betroffenen um Verständnis. Auch die Bank selbst sei Opfer geworden, was völlig in den Hintergrund gerate. Seit dem Einbruch sei kein einziger Tag vergangen, an dem er und seine Mitarbeitenden sich nicht mit der Tat beschäftigt hätten. Man sehe keine Verletzung der Sorgfaltspflicht seitens der Sparkasse.
Hintergründe des Einbruchs
Bei dem spektakulären Einbruch hatten die unbekannten Täter nach Weihnachten 2025 alle Sicherheitssysteme der Sparkasse überwunden, sich mit einem Kernbohrer Zutritt zum Tresorraum verschafft und fast alle der 3.100 Schließfächer aufgebrochen. Der Gesamtschaden wurde kurz nach dem Einbruch von der Polizei auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag geschätzt, könnte aber auch wesentlich höher im möglicherweise deutlich dreistelligen Millionenbereich liegen. Die Suche nach den Tätern läuft weiter.



